studien gleichbehandlung

Überblick über das Gleichbehandlungs­gesetz

Im Bundesgesetz über die Gleichbehandlung (Gleichbehandlungsgesetz– GlBG) werden verschiedene EURichtlinien umgesetzt. Dabei geht es nicht mehr nur um den Bereich Arbeitswelt (und dies ist schon eine Erweiterung gegenüber dem ersten Gleichbehandlungsgesetz, das in Österreich galt), sondern auch um private Bereiche, wie z.B. den Zugang zu und die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen. Das Gleichbehandlungsgesetz wurde mehrfach angepasst.Die letzte große Novelle ist mit 1. März 2011 in Kraft getreten und verankert erstmals das Thema „Einkommenstransparenz“ im Gesetz. Sie sieht aufgrund der noch immer bestehenden Einkommensunterschiede zwischen Frauen undMännern bei der Entlohnung (25% Nachteil beim Stundenlohn) insgesamt drei Maßnahmen vor, mit denen die „Einkommensschere“ bekämpft bzw. geschlossen werden soll: erstens die Verpflichtung von Unternehmen ab einer bestimmten Größe zur Erstellung sog „Einkommensberichte“; zweitens die Verpflichtung der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers bei der Stellenausschreibung das kollektivvertragliche Mindestentgelt anzugeben und die Bereitschaft zur Überzahlung, falls eine solche besteht; drittens die Möglichkeit der Gleichbehandlungskommission als auch der Gleichbehandlungsanwaltschaft „Einkommensdaten“ von Vergleichspersonen im Einzelfall bei dem zuständigen Sozialversicherungsträger abzufragen.

Art der Publikation:
Studie

HerausgeberIn:
Arbeiterkammer

Datum/Jahr:
Oktober 2011

Tagungsband - Gleichbehandlung

Die Qualität einer Gesellschaft und ihre demokratische Verfasstheit lassen sich am deutlichsten am Umgang mit Minderheiten erkennen. Dabei ist entscheidend, wie unterschiedliche Minderheitengruppen in die Gesellschaft integriert sind, wie ihre Identität unterstützt ist und in welchem Ausmaß ihre Partizipation möglich und erwünscht ist. Denn eine gesunde Gesellschaft lebt von den sozialen Beziehungen zwischen ihren Gruppen. Die wichtigste Voraussetzung für das Entstehen sozialer Beziehungen ist die Gleichwertigkeit aller Gruppen, die sich einer Gesellschaft zugehörig fühlen. Man kann einer Gesellschaft Gleichbehandlungsnormen vorschreiben, entscheidend ist aber, obdiese Normen auch von den einzelnen Gruppen akzeptiert und verinnerlicht werden, ob danach gelebt wird. Dazu bedarf es auch eines tieferen Verständnisses für die gesamtgesellschaftlichen Nachteile von Ausgrenzung sowie für die Reichweite der gesetzlichen Bestimmungen. Das geltende Geleichbehandlungsrecht ist in der Gesellschaft wenig bekannt. Weder die von Diskriminierungen Betroffenen noch die Diskriminierenden selbst wissen über die Rechtsnormen in diesem Bereich ausreichend Bescheid. Laut EU-Barometer ist Österreich vor Bulgarien das Schlusslicht hinsichtlich der Informiertheit der Gesellschaft über das Gesetz. Darüber hinaus ist die Rechtszersplitterung in diesem Bereich extrem hoch: Österreich hat derzeit circa 30 unterschiedliche Gleichbehandlungs-Rechtsnormen, aufgeteilt auf Länder, Bund, Universitäten,Organisationen, Schutzbereiche etc. Dieser Umstand erschwert es sogar Experten, den Überblick zu bewahren. Zudem enthält jede Norm abweichende, teilweise auch widersprechende Regelungen. Dazu kommen die geringe Kapazität der Gleichbehandlungsanwaltschaft sowie die unzureichende Akzeptanz der Entscheidungen der Gleichbehandlungskommission durch die Gerichte. Vorträge und Diskussion zu dieser Tagung geben einen breiten Überblick über den Status von Gleichbehandlung in der österreichischen Gesellschaft wobei Rechtslage und gelebte Praxis gleichermaßen dargestellt werden. Gleichbehandlung als Grundlage einer gerechten Gesellschaft ist der rote Faden und das Grundverständnis, das alle Beiträge durchzieht.

Art der Publikation:
Studie

AutorenInnen:
Zohreh Ali-Pahlavani und Cornelia Mittendorfer

HerausgeberIn:
Arbeiterkammer

ISBN:
978-3-7063-0428-3

Datum/Jahr:
März 2012

Beschäftigungs­situation von Wiener Arbeitnehmern mit Migrations­hintergrund

Wussten Sie, dass...knapp 40 % der Wiener ArbeitnehmerInnen ausländische Wurzeln haben? besonders Frauen mit Migrationshintergrund häufig in niedrigqualifizierten Bereichen beschäftigt sind? MigrantInnen häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen sind? über 30 % der ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund nicht entsprechend ihrer Qualifikation beschäftigt sind? rund 60 % der Vollzeitbeschäftigten mit Migrationshintergrund im Monat weniger als EUR 1.400 netto verdient?

Art der Publikation:
Periodika

HerausgeberIn:
Arbeiterkammer

Datum/Jahr:
Juni 2012