Junger Mann hilft älterem Herren aus dem Bett © Kzenon, stock.adobe.com
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16.2.2021

Wien investiert in Pflegeberufe – Bund: bitte nachmachen

„In den Pflege- und Gesundheitsberufen wird in den kommenden Jahren massiv mehr Personal gebraucht“, schildert AK Präsidentin Renate Anderl die Herausforderungen in dieser so wichtigen Branche. 

Schätzungen zufolge werden bis 2030 bundesweit ca. 75.700 zusätzliche Personen benötigt, in Wien werden allein im ambulanten Bereich zusätzlich über 9.000 MitarbeiterInnen gebraucht. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit so hoch wie noch nie in der Zweiten Republik. „Was liegt näher, als diese beiden Aspekte miteinander zu verbinden: Pflege und Betreuung zu sichern und damit zugleich Arbeit zu schaffen.“

Mehr als eine halbe Million Menschen sind arbeitslos

„Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem massiven Umbruch“, so Anderl weiter. „Österreichweit sind mehr als eine halbe Million Menschen arbeitslos. Viele Jobs werden leider verschwinden, etwa im Tourismus, in der Gastronomie, im Flugwesen. Personen, die bisher in Branchen gearbeitet haben, in denen längerfristig mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu rechnen ist, brauchen dringend neue Perspektiven. Die Ausbildungsinitiativen der Stadt Wien für Gesundheits- und Pflegeberufe bieten genau das – inklusive guter finanzieller Absicherung während der Ausbildungen.“

Investitionen in Pflege rentieren sich doppelt

Dass die Stadt Wien in diesen wichtigen Bereich investiere, müsse der Bundesregierung Vorbild sein, so Anderl. „Die Bundesregierung muss, gemeinsam mit dem AMS, verstärkt den Fokus auf Qualifizierung und Weiterbildung im Pflegebereich setzen – der ÖGB hat dazu mit der Pflegestiftung ein gutes Modell vorgelegt. Investitionen in diesem Bereich haben doppelten Nutzen: Arbeitssuchende Menschen haben neue Perspektiven und das öffentliche Gesundheits- und Pflegesystem wird gestärkt. Wie wichtig das ist, ist nach fast einem Jahr Pandemie wohl unbestritten. Die Stadt Wien macht’s vor – Bund, bitte nachmachen!“

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