14.6.2017
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Nachwuchs in Wissenschaft und Kunst mit Theodor Körner Förderpreis ausgezeichnet

19 junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen wurden mit dem Theodor Körner Förderpreis ausgezeichnet. Die Theodor Körner Preise werden mittlerweile zum 64. Mal verliehen. „Wir wollen die konkrete Arbeit unterstützen, den konkreten kreativen Prozess, den konkreten Prozess des Entstehens. Die vergangenen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, dass das ein wichtiger Weg war“, so Herbert Tumpel, Kuratoriumspräsident des Fonds und ehemaliger AK Präsident.

Heuer ist unter den Arbeiten im Bereich der Sozialwissenschaften jene von Ass.-Prof.in MMag.a Dr.in Susanne Mayer. Sie beschäftigt sich ganz aktuell mit Kosten und Kosteninformationen im österreichischen Gesundheitssystem. Das Projekt macht unter anderem eine Datenbank mit Kosteninformationen für Leistungen, etwa Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte im österreichischen Gesundheitswesen frei zugänglich. Für die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitswesens ist das ein ganz zentrales Thema.

Den im Rahmen des Theodor Körner Fonds vom Bundesministerium für Verkehr Innovation und Technologie gesponserten Innovationspreis erhielt DI Dr. Thomas Klein. Hochleistungswerkstoffe, wie sie in modernsten Flugzeugtriebwerken Anwendung finden, gewinnen weltweit durch die Entwicklung neuer Antriebssysteme mit vermindertem Schadstoffausstoß und geringem Treibstoffverbrauch an Bedeutung. Klein untersucht das Verformungsverhalten diese Werkstoffe, was zur Einführung eines neuartigen Werkstoffkonzepts in Antriebssystemen beiträgt.

Mag.a Dr.in Corinna Gerard-Wenzel geht in ihrer rechtswissenschaftlichen Arbeit der Frage nach der grundrechtlichen und wettbewerbsrechtlichen Zulässigkeit projektbasierter Medienförderung nach.

Im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften untersucht Mag. Roman Birke die historischen Dimensionen von Debatten über Bevölkerungswachstum und „Überbevölkerung“. Ein Fokus seiner Arbeit liegt auf der Geschichte des 1968 von den Vereinten Nationen beschlossenen Menschenrechts auf Familienplanung.

MMag.a Veronika Helfert legt in ihrem Dissertationsprojekt eine geschlechterhistorische Perspektive auf die Rätebewegung in Österreich und die Teilhabe von Frauen an den revolutionären Prozessen 1916/17 bis 1924.

Mag.a Linda Jakubowicz zeigt in ihrer Arbeit Inhalte und Strategien das (Er-)Leben von (Arbeits-)MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien in der Geschichte der österreichischen Gesellschaft zu verankern.

Mag.a Carina Altreiter untersucht in ihrer im Rahmen des Theodor Körner Fonds von der Stadt Wien geförderten Arbeit junge IndustriearbeiterInnen in Österreich. Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie soziale Herkunft ihre Bildungs- und Erwerbsverläufe aber auch die Erfahrungen in der Arbeitswelt und den Umgang mit Herausforderungen prägen.

Im Bereich Medizin, Naturwissenschaft und Technik wurden die Arbeiten von Dr. Christoph Rameshan, Mag. Philipp Resl, DI Thomas Schachinger und Dr. Victor Weiss ausgezeichnet. Rameshan beschäftigt sich mit der Nutzbarmachung von CO2 als erneuerbarer Energieträger. Resl untersucht den Einfluss des Nährbodens auf die Lebensweise von Flechtenpilzen. Schachinger forscht am Erkennen magnetischer Eigenschaften etwa von Eisen, Nickel und Kobalt mit höchstmöglicher Auflösung. Weiss untersucht Virus-ähnliche Partikeln, die in der pharmazeutischen Industrie als Träger für Wirkstoffe oder als Impfstoffe herangezogen werden.

Darüber hinaus werden auch heuer wieder Preise für hervorragende Arbeiten für die Bereiche „Musik und Komposition“ und „Bildende Kunst und Kunstfotografie“ vergeben. Im Bereich der „Literatur“ beschreibt der Roman "Als ob sie träumend gingen" ein Menschenschicksal und zugleich ein Jahrhundert in seinen Wirrungen, Irrtümern und großen Sehnsüchten. In eindringlichen, eigenwilligen Bildern erzählt Dr.in Anna Baar vom Irren zwischen der Sorge um sich selbst und der Rücksicht auf andere. Mag. Bernd Schuchters „Camouflage“ ist ein Roman der vielen Möglichkeiten. Jacob Maria Liebstöckl hält sich irrtümlich für todkrank und beschließt, auf den Spuren des Hochstaplers Felix Krull sein Leben zu ändern und andere Identitäten überzustreifen wie neue Anzüge. Liebstöckls Versuche, „wie in einem Roman“, also wie eine Romanfigur zu leben, führen zu einer Reihe von Verwicklungen und neuen Einsichten, am Ende dieser Reise durch Kultur-, Geistes- und Literaturgeschichte warten aber auf Liebstöckl er selbst und sein vergangenes, echtes Leben.

TIPP

Eine Liste aller PreisträgerInnen seit 1954 – insgesamt über 3.500 – erschien 2013 als Buch und geht allen PreisträgerInnen aktualisiert bis 2017 zu. Die Aufstellung liest sich wie ein „Who is Who“ der österreichischen Wissenschaft und Kunst und zeigt so die Bedeutung des Preises. Oliver Rathkolb, Klaus-Dieter Mulley, (Hrsg.), „Theodor Körner Fonds. PreisträgerInnen 1954 – 2013“, Wien, ÖGB-Verlag 2013.

Herbert Tumpel-Ehrenpreis für eine Biografie über Rosa Jochmann

Im Rahmen der Preisverleihung der Theodor Körner Förderpreise in der Universität Wien wurde Mag.a Veronika Duma für ihre Arbeit über Rosa Jochmann mit dem Theodor Körner Fonds-Publikationspreis des ÖGB-Verlages und mit dem Herbert Tumpel-Ehrenpreis ausgezeichnet.

Der Herbert Tumpel-Ehrenpreis wurde 2013 von der Bundesarbeitskammer und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund aus Anlass des Ausscheidens von Herbert Tumpel als AK Präsident gestiftet. Der Preis wurde mit jährlich 7.000 Euro dotiert.

Die Dissertation widmet sich der Biografie der österreichischen Sozialdemokratin, ehemaligen Widerstandskämpferin und Zeitzeugin Rosa Jochmann (1901-1994), die als „Grande Dame“ der Sozialdemokratie sowie als „antifaschistische Galionsfigur“ eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens war. Der Schwerpunkt liegt auf den 1930er- und 1940er-Jahren und den gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen der Zweiten Republik. Die Frage der ZeitzeugInnen stellt dabei einen zentralen Rahmen der biographischen (Re-) Konstruktionsarbeit dar.

Die Arbeit untersucht, welche Wirkungsmacht Frauen als Akteurinnen und Geschlechterverhältnissen in Widerstand und Verfolgung sowie in gesellschaftspolitischen Prozessen der Nachkriegszeit zukam. Dabei wird diskutiert, wie das Spannungsverhältnis von autobiografischen Erinnerungen und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen gefasst werden kann.

Ziel des Projekts ist es, einen innovativen Beitrag zu Forschungen an der Schnittstelle zwischen geschlechterhistorischer Biografieforschung, Forschungen zu (Austro-) Faschismus, Nationalsozialismus, zum Konzentrationslager Ravensbrück sowie zu ZeitzeugInnen und Vergangenheitspolitik in der Zweiten Republik und in Europa vorzulegen.

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