10.5.2019

Nachwuchs in Wissenschaft und Kunst bekam Theodor Körner Förderpreis

Heute, 10. Mai 2019, wurden 18 junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen mit dem Theodor Körner Förderpreis ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1953 mit Unterstützung der Bundes­arbeits­kammer (BAK) jährlich vergeben.

„Die Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft ist eine Investition in unsere Gesellschaft und unsere Zukunft. Vielfalt und Offenheit verbunden mit einem hohen Qualitäts­anspruch sind dabei wichtige Leitbegriffe, die dem Theodor Körner Förderpreis zu seinem hohen Ansehen verholfen haben“, sagt Renate Anderl, BAK Präsidentin und Kuratoriums­präsidentin des Fonds. „Denn für den Theodor Körner Fonds war und ist das Eintreten für demokratische Werte, für Offenheit und für einen internationalen wissenschaftlichen und künstlerischen Diskurs immer eine Selbst­verständlichkeit.“

Unter den Arbeiten, deren Entstehung mit einem Preisgeld von 4.000 Euro gefördert wird, ist im Bereich der Rechts­wissenschaften Mag. Dominik Geringer. Er analysiert in seiner Dissertation – ganz aktuell – ausgewählte rechtliche Instrumente für den Güter- und Personenverkehr auf Österreichs Straßennetz, die nach Maßgabe des Unions- und Verfassungsrechts geeignet sind, die CO2-Bilanz des Verkehrs­sektors zu senken.

Mit dem vom ÖGB-Verlag im Rahmen des „Theodor Körner Fonds“ gesponserten Publikations­preis wurde Mag. Michael Trinko ausgezeichnet. Seine arbeitsrechtliche Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenschluss von Arbeit­geber­Innen um gemeinsam Arbeit­nehmer­Innen zu beschäftigen. Ziel eines Arbeit­geber­Innen­zusammen­schlusses ist es, unbefristete Arbeitsplätze zu schaffen, die die einzelnen teilnehmenden Arbeit­geber­Innen unabhängig voneinander nicht bieten können. In Österreich fehlt es, anders als in Frankreich, an einer gesetzlichen Grundlage, welche die wesentlichen Bedingungen für die Errichtung eines Arbeit­geber­Innen­zusammen­schlusses und dessen Rechtsfolgen klar regelt.

Im Bereich der Wirtschafts­wissenschaften versucht Dr. Kilian Rieder Schlüsse aus den Erkenntnissen von den US-amerikanischen Federal Reserve-Maßnahmen von 1920 - 1921 zu ziehen, um künftig Finanzkrisen vorbeugen zu können. Anton Pichler, MSc, BA, BSc beschäftigt sich mit der schwierigen Frage einer Prognostizierung technologischen Fortschritts in komplexen ökonomischen Systemen. Bekanntlich ist es äußerst ungewiss, welche Technologien die Schlüssel­technologien in einem künftig nachhaltigen Wirtschaftssystem darstellen werden. Das Forschungs­projekt zielt darauf ab, Methoden zur Prognostizierung technologischen Fortschritts zu verbessern und dieses Wissen für eine gezielte Förderung zentraler nachhaltiger Technologien fruchtbar zu machen.

Im Bereich der „Geistes- und Kulturwissenschaften“ wurden die Arbeiten von Dipl. Pädagogin Sarah Nimführ, MA und Mag. Markus Wurzer ausgezeichnet: Frau Nimführ beschäftigt sich in ihrem von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geförderten Promotions­projekt mit den Auswirkungen von Nicht­abschiebbarkeit auf die Lebenssituation abgelehnter Asylsuchender an der EU-Außengrenze Malta.

Wurzer spürt in seinem Forschung­sprojekt den Hinterlassenschaften jener Italiener nach, die in die italienische Kolonialherrschaft in Ostafrika 1936 - 1941 involviert waren. Grundlagenarbeit zu einer Geschichte des Wiener Volkstheaters leistet Mag. Dr. Matthias Mansky, der sich mit der Parodie am Wiener Vorstadt­theater beschäftigt und mit dem von der Stadt Wien gesponserten "Wiener Preis im Rahmen des Theodor Körnern Fonds" ausgezeichnet wurde.

Wichtige Ergebnisse lassen auch die im Bereich „Medizin, Natur­wissenschaften und Technik“ prämierten Arbeiten erwarten: Attila Kiss, PhD beschäftigt sich in seiner medizinischen Untersuchung mit neuen therapeutischen Ansätzen zur Behandlung nach einem Herzinfarkt. DI Dr. Danny Müller erforscht Möglichkeiten einer chemischen (Ab-)Wärme­speicherung als Beitrag zu einer besseren Energieeffizienz. Dr.in Petra Sumasgutner untersucht in der Mongolei das Kollisionsrisiko des Steinadlers mit Windfarmen mit dem Ziel eines nachhaltigen Naturschutzes.

Drei LiteratInnen wurden für ihre anspruchsvollen noch in Arbeit befindlichen Manuskripte ausgezeichnet: Mag. Thomas Amanns Sammlung von Gedichten veranschaulicht den mehr­dimensionalen lyrischen Raum, in welchem jedes Gedicht einen Querschnitt darstellt. Der Roman "Honeymoon" von Mag.a Andrea Drumbl ist eine Familiengeschichte über Generationen als Beschreibung des Schmerzes und der Hilflosigkeit angesichts dessen, was geschieht. In Raphaela Edelbauers, BA Projekt "Weltformel" geht es darum, sämtliche offene Fragen der Menschheit ein weiteres Mal mit poetischen Mitteln zu klären. In der österreichischen Tradition der Sprach­kritik wird Hoch­politisches mit Philo­sophischem verquickt, wechseln sich Humor und Dichtung ab, um frühere Formen der Poetik zu beleben.

Es werden auch heuer wieder Preise für hervorragende Arbeiten für die Bereiche „Musik und Komposition“ und „Bildende Kunst und Kunst­foto­grafie“ vergeben. Otto Wanke, MA versucht das Genre des Radiospiels mit multimedialen Elementen neu zu gestalten. Mag.a Catrin Bolt beschäftigt sich kritisch in Form einer künstlerischen Installation mit der Abschirmung der EU durch einen Grenzzaun.

Mag.a Veronika Burger verarbeitet in einer Video-Sound-Installation die Aufstände gegen den Zwölf-Stunden-Tag in Chicago im Mai 1886. Mit den gesellschafts­politischen Themen Überwachung und Polizeigewalt, Privatheit, Transparenz und der diffusen Angst vor unbekannten Fremden setzt sich Mag.a Stefanie Schwarzwimmer in einem drei­dimensional-animierten Film­projekt auseinander. Kritisch kommentiert MMag. Florian Rainer in einem künstlerischen Foto- und Textprojekt im Stil einer Fotoreportage die Geschichte der Migrationsbewegung der vergangenen 50 Jahre nach Österreich.

Diesjährige Fest­rednerin ist Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Wodak, Theodor Körner Fonds-Preisträgerin des Jahres 1974.

Die Theodor Körner Förder­preise werden zum 66. Mal verliehen. Zu den bisherigen Preis­träger­Innen zählen etwa die Mikrobiologin Renèe Schröder, die Schrift­stellerin Friederike Mayröcker und Clemens Jabloner, ehem. Präsident des Verwaltungs­gerichts­hofes.

Service

Eine Liste aller PreisträgerInnen seit 1954 – insgesamt über 3.650 – erschien 2013 als Buch. Oliver Rathkolb, Klaus-Dieter Mulley, (Hrsg.), „Theodor Körner Fonds. PreisträgerInnen 1954 – 2013“. Wien, ÖGB-Verlag 2013. 

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