9.7.2018
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Pflegeausbildung aufwerten!

Der nicht neue Vorschlag, den Pflegeberuf durch eine Lehrlingsausbildung attraktiver zu gestalten und so mehr InteressentInnen dafür zu gewinnen, schießt für die AK, die Fachgewerkschaften vida, younion, GPA-djp und GÖD sowie den Österr. Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) am Ziel vorbei. Eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege darf aktuell erst mit dem Erreichen des 17. Lebensjahr beginnen, Lehrberufe starten in der Regel mit dem 15. Lebensjahr. Nach dem Vorhaben der Regierung wären es also bereits Jugendliche, die bei der Pflege schwer erkrankter, an Demenz leidender oder im Sterben liegender Menschen Pflegeleistungen erbringen sollen. Das wäre eine unzumutbare psychische und physische Belastung. Um die Lücke zwischen dem Ende der Pflichtschule und dem Mindestalter für die Pflegeausbildung zu schließen, fordern die angeführten Organisationen die Schaffung einer neuen Berufsbildenden höheren Schule (BHS) mit dem Schwerpunkt Gesundheits- und Sozialberufe.

Der Abschluss der Berufsbildenden höheren Schule für Gesundheits- und Sozialberufe soll modulhaft die Ausbildung zur Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz beinhalten und den Besuch einer Fachhochschule für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege bzw. anderer Studien im Gesundheitsbereich ermöglichen. Im Gegensatz zur Lehre schafft dieses BHS-Modell bessere Wahlmöglichkeiten und erhöht die Durchlässigkeit in den Pflegeberufen. 

Aufgrund der demografischen Entwicklung steigen die anfallenden Kosten zur Abdeckung des Dienstleistungsbedarfs und durch den bevorstehenden Pensionsantritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Gesundheitsberufen auch die Nachfrage nach Arbeitskräften. Im Bereich der Pflege werden hochqualifizierte MitarbeiterInnen gebraucht, die auch bestmöglich auf die großen fachlichen Herausforderungen vorbereitet wurden. Der Versuch, den Arbeitskräftemangel und die steigenden Kosten durch den Einsatz von Jugendlichen in diesem Bereich abzufedern, wird entschieden abgelehnt. Kranke und ältere Menschen haben es verdient, von erwachsenen und gut ausgebildeten Personen gepflegt und betreut zu werden, und die Jugendlichen dürfen nicht als billige Arbeitskräfte in diesem sensiblen Bereich verheizt werden.

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