15.6.2020

Pendlerabsetzbetrag ist ökologischer und sozial gerechter als Pendlerpauschale

„Das Pendlerpauschale ist reformbedürftig, es muss einfacher, gerechter und ökologischer werden“, sagen AK Österreich Präsidentin Renate Anderl und AK Tirol Präsident Erwin Zangerl. Konkret braucht es einen kilometerabhängigen Absetzbetrag, der Besserverdienende nicht länger bevorzugt und konkrete Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel setzt. Für PendlerInnen, die eine überwiegende Öffi-Nutzung nachweisen können, soll es einen Öko-Bonus geben. 

„Mit dieser Gesamtreform wären die gröbsten Ungerechtigkeiten beseitigt“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Wir würden uns freuen, wenn der Vorschlag der Bundesarbeitskammer von Regierung bei ihrer Klausur kommende Woche aufgegriffen würde“, sagt AK Tirol Präsident Erwin Zangerl.

AK präsentiert Gesamtreform

Für die AK ist klar: Eine Ökologisierung darf nicht auf Kosten der Pendlerinnen und Pendler gehen. „Die allermeisten ArbeitnehmerInnen können sich weder Wohn- noch Arbeitsort aussuchen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Die AK wird daher jeder Forderung nach einer Abschaffung oder Einschränkung des Pendlerpauschales unter dem Deckmantel der Ökologisierung entschieden entgegentreten.“

Das auch deshalb, weil ein Lenkungseffekt nur dort zu erwarten ist, wo den ArbeitnehmerInnen auch Alternativen, also zumutbare Öffis, zur Verfügung stehen. „Einem Pendler beziehungsweise einer Pendlerin das Pendlerpauschale zu streichen, erzeugt nur soziale Probleme, aber keine ökologischen Lenkungseffekte“, sagt AK Tirol Präsident Erwin Zangerl. Wichtig ist auch, dass der öffentliche Verkehr ausgebaut wird und zu günstigen Preisen nutzbar ist.

Wie sieht das AK Modell aus?

  • Pendlerpauschale und Pendlereuro sollen in einen kilometerabhängen Absetzbetrag umgewandelt werden:

  • Der Pendlerabsetzbetrag wirkt einkommensunabhängig. Die neue Regelung ist einfacher.

  • Der Absetzbetrag soll je Kilometer Wegstrecke zustehen, nicht gestaffelt wie bisher: das verhindert ungerechte Sprünge an den Grenzen

  • Ökologisierung – Öko-Bonus: PendlerInnen, die eine überwiegende Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nachweisen, bekommen einen Bonus; so wird Anreiz geschaffen, bei Zumutbarkeit auch tatsächlich Öffi zu nutzen.
„Wichtig für die AK ist, dass durch die Reform positive Anreize gesetzt werden, ohne ArbeitnehmerInnen, die pendeln müssen, zu bestrafen “, sagen Renate Anderl und Erwin Zangerl. Die Gesamtkosten der Reform werden auf circa 150 bis 200 Millionen Euro geschätzt.

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