27.2.2018

Öffi-Ausbau statt Fahrverbote

Das deutsche Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat Fahrverbote bei hohen Luftbelastungen bestätigt und könnte damit eine Debatte um Fahrverbote auch in Österreich auslösen. Die AK hält Fahrverbote für österreichische Städte für unwahrscheinlich: Die Stickstoffdioxid-Werte in deutschen Städten wie München oder Stuttgart mit über 70 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen weit über denen in österreichischen Städten. Die Gesundheit der Menschen hat Vorrang, aber flächendeckende Fahrverbote wären aus Sicht der AK eine zu einseitige Antwort auf das Problem Luftverschmutzung. „Da würden die Kosten der Umweltbelastung einseitig auf die Menschen überwälzt, die in guten Glauben an die Einhaltung der zum jeweiligen Zeitpunkt geltenden Abgaswerte ihr Auto gekauft haben“, so AK-Direktor Christoph Klein.

Hunderttausende Pendler brauchen täglich das Auto

Hunderttausende Pendlerinnen und Pendler brauchen täglich das Auto für die Fahrt zur Arbeit. Sie würden bei Fahrverboten die ganze Last tragen müssen. Die Autoindustrie bliebe außen vor. „Dabei ist es die Autoindustrie, die bisher mehr Energie auf die Umgehung von wirksamen Abgaskontrollen verwendet hat als auf die Entwicklung von schadstoffärmeren Autos. Ein weiteres, wichtiges Element sauberer Luft ist der massive Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, wie ihn die AK seit Jahren fordert“, so Klein.

Österreich ist schon jetzt Bahnfahrerland Nummer 1

„Österreich ist innerhalb der EU schon jetzt Bahnfahrerland Nummer 1. Die kostengünstigen und gut ausgebauten Öffis in Wien zeigen ebenfalls: Wo das Angebot stimmt, steigen die Menschen vom Auto auf die Öffis um.“ Die AK hat erst im Januar einen massiven Ausbau der Schnellbahn in Wien und der Ostregion gefordert und dazu ein gutes Konzept vorgelegt. „Der sehr gut angenommene öffentliche Personennahverkehr in Wien etwa sorgt dafür, dass die Stickoxidwerte in Wien nicht annähernd das Niveau der belasteten deutschen Städte erreichen“, so Klein. „Das kann man für ganz Österreich mit einer schon jetzt gut angenommenen Bahn weiterentwickeln.“

Autoindustrie muss saubere Autos bauen

Für die AK ist außerdem jetzt auch die Autoindustrie am Zug: „Die Autobauer müssen endlich ihrer Verantwortung der Umwelt und ihren Kundinnen und Kunden gegenüber gerecht werden und saubere Autos bauen, mit verlässlichen Abgas- und Verbrauchswerten“, so Klein. „Autobauer sollen nur mehr Diesel-Autos mit wirksamen Katalysatoren (Euro 6d) verkaufen. EU-Rechtlich verpflichtet sind sie dazu erst 2020. Wenn sie das aber nicht tun, müssen wir Maßnahmen wie in Deutschland überlegen, wo die Autoindustrie den öffentlichen Verkehr mitfinanziert.“

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