5.2.2018
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Neue AK Mietenstudie: Die hohen Mieten und das Geld

Neue und laufende private Mieten sind zwischen 2008 und 2016 überproportional gestiegen. Österreichweit sind die privaten Hauptmietzinse von Neuvermietungen um plus 35 Prozent in die Höhe gegangen. Viele private Mietverträge sind nach wie vor befristet. Das zeigt eine neue AK Analyse des Mikrozensus der Statistik Austria für Österreich von 2008 bis 2016. In Österreich gibt es rund 1,6 Millionen Hauptmietverhältnisse, davon rund 684.350 in privaten, 630.770 in gemeinnützigen Bauvereinigungen und knapp 293.700 in Gemeindewohnungen. Die AK hat Sonderauswertungen des Mikrozensus der Statistik Austria für Österreich von 2008 bis 2016 (letztverfügbare Daten) analysiert. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Private Mieten „gesalzen“

Private Mieten – neue und laufende Verträge – sind zwischen 2008 und 2016 überproportional teurer geworden. Österreichweit sind die Hauptmietzinse von Neuvermietungen um plus 35 Prozent im Vergleichszeitraum angestiegen. Zwischen privaten und sozialen Mietwohnungen ist der Kostenunterschied enorm. Da sind bei einer 70 Quadratmeter Privat-Mietwohnung gleich einmal rund 160 Euro mehr im Monat angefallen.

Neuvermietungsmieten brutto in Euro pro Quadratmeter 2015/2016

 GemeinnützigeGemeindePrivat
Österreich7,12 Euro                  7,09 Euro               9,35 Euro     

Quelle: Mikrozensus - Statistik Austria, eigene Berechnungen

Betriebskosten mit „Teuerung“ gestiegen

Die Betriebskosten sind im achtjährigen Vergleich im Ausmaß der Inflation gestiegen – das gilt für den gesamten Bestand wie auch für die Neuvertragsabschlüsse. Das bedeutet, dass die Hauptmietzinse die Mieten – insbesondere im privaten Segment – in die Höhe treiben (Anstieg um 35 Prozent), in Wien ist es noch schlimmer (plus 43 Prozent). Dieser Anstieg ist unverhältnismäßig zur Lohnentwicklung (+ 22 Prozent) und allgemeinen Teuerung (+ 14 Prozent).

Wohnen auf Zeit weiterhin ein Problem

Rund zwei von drei neuen privaten Mietverträgen sind in Österreich befristet – im Schnitt auf fünf Jahre. Der Anteil der privaten Mietwohnungen ist überproportional. Bundesweit wurden 2015 insgesamt (private Miet-, Gemeinde-, Genossenschaftswohnungen) mehr als 183.240 neue Mietverträge abgeschlossen, davon rund 112.840 für private Mietwohnungen. Von den privaten Mietwohnungen waren mehr als 77.060 lediglich befristet (68 Prozent). Konkret gehen 68 von 100 Haushalten ein Wohnverhältnis ein, das unsicher ist. Auch bei den bestehenden Mietverträgen ist der Befristungsanteil hoch: In Österreich sind rund 44 Prozent der bestehenden privaten Mietverträge befristet.

Wohnen muss tatsächlich leistbar sein!

„Die Mieten steigen und steigen. Besonders für junge Menschen, Familien und Wohnungssuchende wird es immer schwieriger, ein Dach über dem Kopf zu finanzieren“, resümiert AK Präsident Rudi Kaske anlässlich der neuen AK Mietenstudie. „Was es jedenfalls braucht, ist ein neues, einfaches Mietrechtsgesetz mit tauglichen Mietobergrenzen und mehr leistbare Wohnungen.“ Kaske befürchtet aber, dass das Regierungsprogramm Wohnen teurer machen kann.

„Das Bekenntnis zu einem gerechten, transparenten und verständlichen Mietrecht im Regierungsprogramm ist generell positiv, Stichwort Mietrechts-Konvent von Wohnrechtsexperten. Es fehlen jedoch ein Zeitplan und ein Bekenntnis, dass mit dem neuen Mietrecht keine so extremen Mietpreissprünge wie in den vergangenen Jahren erfolgen,“ so der AK Präsident. „Das alles darf kein Lippenbekenntnis bleiben und am Ende des Tages müssen Mieter und Wohnungssuchende wirklich entlastet werden.“

Forderung

Von der AK gibt es zu einem neuen Mietrecht bereits Vorschläge.


  • Klare Regeln: Es braucht klare Regeln, um die Mieten zu begrenzen.

  • Mieten senken: Die Lagezuschläge müssen jedenfalls ganz klar mit maximal 25 Prozent des Richtwerts begrenzt werden.

  • Befristungen streichen: Befristungen müssen gestrichen werden – außer bei Eigenbedarf der Vermieter. „Österreichweit werden in den kommenden Jahren über 600.000 Menschen bangen müssen, ob ihr Mietvertrag verlängert wird“, so Kaske. „Im Arbeitsrecht sind Kettenbefristungsverträge verboten – im Wohnrecht nicht. Das ist nicht einzusehen! Für die Mieter ist das eine nachteilige Rechtslage und bedeutet Unsicherheit.

    Befristet oder nicht – teurer wird's immer. Wird kein neuer Vertrag angeboten, und muss man sich um eine neue Wohnung umschauen, kommen meist Makler- und Umzugskosten dazu. Wird ein neuer Vertrag angeboten, verlangt der Vermieter eine viel höhere Miete.“

  • Weg mit der Maklerprovision: Die AK fordert außerdem: Die Maklerprovision für MieterInnen muss weg.

  • Klare Erhaltungsregeln: Es braucht klare Erhaltungsregeln für VermieterInnen für die gesamte Wohnungsausstattung.

  • Runter mit den Betriebskosten: Grundsteuer und Versicherung müssen aus den Betriebskosten gestrichen werden – das ist Sache der VermieterInnen. 

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