7.9.2017
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Marterbauer: „Wifo-Studie zeigt: Mindestlohn tut nicht weh“

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo hat in einer neuen Studie die „Effekte der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes in Österreich“ untersucht. „Die Ergebnisse zeigen klar: Der Mindestlohn wird der Wirtschaft Österreichs keinen Schaden zufügen, dafür wird er bei den Betroffenen, die künftig mehr bezahlt bekommen, die Einkommen erhöhen. Somit steigt auch der Konsum im untersten Einkommensdrittel“, sagt Markus Marterbauer, Chef-Ökonom der Arbeiterkammer.  

Die Wifo-Studie hat die Effekte eines Mindestlohns in Höhe von 1.500 Euro beziehungsweise 1.700 Euro auf die Personen- und Haushaltseinkommen und auf deren Verteilung untersucht. Zudem wurden die gesamtwirtschaftlichen Effekte berechnet. „Dass – entgegen mancher Horrorszenarien – kaum nennenswerte Effekte auf den Arbeitsmarkt zu erwarten sind, passt gut in das internationale Bild. Auch in Deutschland und den USA hatte der Mindestlohn nur sehr geringe Auswirkungen auf die Beschäftigung“, sagt Markus Marterbauer.

In Deutschland hat die Einführung des Mindestlohns 2015 zu keinem Rückgang der Arbeitsplätze geführt. Im Gegenteil: Die deutsche Wirtschaft wächst und die Arbeitslosigkeit liegt jetzt auf einem Rekordtief, unter anderem wegen dem höheren Konsum aus starken Lohnabschlüssen.

In Österreich, so erwarten die ExpertInnen des Wifo, werde der Konsum im untersten Einkommensdrittel steigen. Die Armutsgefährdung sinkt bei konstanter Armutsschwelle um bis zu 31.000 Personen, auch die Zahl der arbeitenden Armen („working poor“) geht zurück. Und die Verteilung wird etwas gleicher. „Für die Betroffenen selbst sind die Auswirkungen also höchst positiv, und der Wirtschaft tut ein Mindestlohn mit Augenmaß – wie ihn die Gewerkschaft fordert – nicht weh“, sagt Marterbauer. 

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