3.5.2017
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Mehr Kinderbetreuungsplätze, weniger Armutsgefährdung

Die Daten der Statistik Austria zeigen klar: Frauen sind öfter von Armut und Ausgrenzung betroffen als Männer und Jugendliche. Besonders, wenn es in einer Familie viele Kinder gibt, ist die Armutsgefährdung groß, speziell wenn die Frau keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und die Kinder noch im Vorschulalter sind. „Das bedeutet, dass es mehr und qualitativ hochwertige Kinderbetreuungsplätze braucht, um die Armutsgefährdung von Frauen zu reduzieren“, sagt Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der Arbeiterkammer Wien.

Die AK spricht sich auch für einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr sowie für ein zweites verpflichtendes Gratiskindergartenjahr aus. Damit das gelingt und der Ausbau nicht gebremst wird, muss die Finanzierung auf bessere Beine gestellt werden. So sollten auch nach 2017 noch Bundesmittel für mehr Elementarbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Bisher nicht abgeholte Mittel aus der Ausbauoffensive sollten weiterhin für den ursprünglichen Zweck zur Verfügung stehen. „Auch bei der aufgabenorientierten Finanzierung der Kinderbetreuung, wie sie im Finanzausgleich vorgesehen ist, gilt es, die Weichen richtig zu stellen“, so Ingrid Moritz. Nur so können die Gemeinden ihre Ausgaben für Elementarbildung besser planen.

Derzeit haben nur drei von zehn Kindern unter sechs Jahren einen Betreuungsplatz, der mit einem Acht-Stunden-Arbeitstag vereinbar ist. Das bedeutet: mindestens 45 Wochenstunden geöffnet, Angebot von Mittagessen und maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen. Die anderen sieben werden in Einrichtungen betreut, die deutlich schlechtere Bedingungen bieten. „Vor allem in den westlichen Bundesländern ist es für arbeitende Eltern schwierig“, sagt Ingrid Moritz und weist darauf hin, dass ein geringes Einkommen von Frauen später eine geringe Pension für die Betroffenen – also Armut im Alter – zur Folge haben wird.

„Auch Probleme mit dem Kindesunterhalt sind eine Ursache dafür, dass so viele Haushalte von Alleinerziehenden von Armut oder Ausgrenzung bedroht sind“, sagt Ingrid Moritz. Die Bundesregierung hat zwar schon mehrfach eine Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes angekündigt, aber diese noch immer nicht umgesetzt. Auch die Arbeiterkammer ist für eine Sanierung des Gesetzes. „Ein Unterhaltsvorschuss soll auch dann möglich sein, wenn der Unterhalt vom getrennt lebenden Elternteil nicht eingetrieben werden kann“, sagt Ingrid Moritz. Zudem sollten Mindestsätze für den Unterhalt definiert werden. „Hier gibt es große Lücken, die voll zu Lasten von Alleinerziehenden und ihren Kindern gehen“, sagt Ingrid Moritz.

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