8.1.2018

Ausweitung der Mangelberufsliste für Zuwanderung kann Betreuung von Arbeitssuchenden gefährden

Die stellvertretende AK Direktorin Alice Kundtner ortet einen Widerspruch zwischen dem Regierungsprogramm zum so genannten Fachkräftebedarf und der Ankündigung der Arbeitsministerin, die Betreuung und Unterstützung von Arbeitssuchenden durch das AMS stärker auf die konkreten Bedürfnisse der Betroffenen auszurichten: „Wer durch eine Regionalisierung der Fachkräftemangel-Verordnung dafür sorgt, dass mehr Berufe unter die Kategorie Mangelberuf fallen und offene Arbeitsplätze in diesen Berufen dann sehr einfach durch neue Arbeitskräfte aus Drittstaaten von den Unternehmen besetzt werden können, wird große Schwierigkeiten bei der Vermittlung von in Österreich arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben.“ Dasselbe gelte durch mehr Arbeitsmigration infolge so genannter Ausbildungs- und Beschäftigungsabkommen.

„Wir unterstützen die neue Arbeitsministerin bei ihrem Vorhaben, Arbeitssuchende individueller zu betreuen“, so Alice Kundtner. Mit diesem Vorhaben würde eine langjährige Forderung der AK aufgegriffen. Damit könnten vor allem Menschen besser unterstützt werden, die derzeit Gefahr laufen, langzeitarbeitslos zu bleiben.

Aber noch so gute individuelle Betreuung von Arbeitssuchenden bei der Arbeitsvermittlung bringt dann keine Erfolge, wenn an sich vorhandene offene Arbeitsplätze von den Unternehmen problemlos durch neu zugewanderte ArbeitnehmerInnen besetzt werden können. Anstelle einer weiteren Ankurbelung der Arbeitsmigration nach Österreich sollte tatsächlich deutlich mehr in passgenaue Qualifizierung von Arbeit Suchenden investiert und sinnvolle Beschäftigungsaktionen wie die Aktion +20.000 nicht gefährdet werden.