11.11.2020

Die Lehren aus Corona ziehen – auch im Bildungssystem

Die Schließung der Schulen im Frühjahr hat LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen unvorbereitet getroffen und die Probleme unseres Bildungssystems verstärkt offengelegt. Aktuell droht sich diese Ausnahmesituation zu wiederholen. Schon im schulischen Normalbetrieb waren sich die ExpertInnen einig: In Österreich wird der Bildungserfolg von Kindern in hohem Maße vom Elternhaus geprägt. Die AK Wien setzt sich deshalb auch in dieser gesellschaftlichen und schulischen Ausnahmesituation für gerechte Bildungschancen auch in Zeiten von Corona ein.

Die Vollversammlung fordert auf Antrag der Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) von der Bundesregierung geeignete Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit. Dazu zählt insbesondere zielgerichtete Fördermaßnahmen mit Hilfe des AK-Chancenindex, um jedes Kind und jeden Jugendlichen während und nach der Corona-Zeit bestmöglich zu unterstützen. Außerdem werden verlangt: mehr verschränkte Ganztagsschulen, ein kostenfreies, verpflichtendes zweites Kindergartenjahr oder eine bessere digitale Ausstattung der Schulen.

Keine Aufweichung der Sonntagsruhe

Der arbeitsfreie Sonntag ist ein wichtiger Bestandteil österreichischer Kultur und ein Grundelement des gesellschaftlichen und familiären Gefüges. Die Vorstöße der Wiener Wirtschaft, mehr Ausnahmen für die Sonntagsöffnung im Handel durch die Schaffung von mehr Tourismuszonen zu ermöglichen, sind aus Sicht der AK entbehrlich. Laut einer Befragung der GPA-djp sprechen sich fast 95 Prozent der Wiener Handelsangestellten gegen die Sonntagsöffnung aus. Die Vollversammlung der AK Wien fordert daher auf Antrag der Fraktion ÖAAB/Christliche Gewerkschafter, dass Sonn- und Feiertagsarbeit auf das notwendige Ausmaß beschränkt bleibt und die Verankerung des arbeitsfreien Sonn- und Feiertages in der Wiener Landesverfassung.

Zinssatz-Senkung bei Kontoüberziehung

Aktuell haben Erwerbstätige durch die Corona-Krise und der daraus resultierenden Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit weniger Einkommen. Die Folge ist oftmals ein überzogenes Konto. Das ist nicht nur teuer, sondern kann bis zur überraschenden Kürzung des Kontorahmens oder zur Kündigung führen. Die Relation zwischen hohen Sollzinsen und niedrigen Habenzinsen klafft weit auseinander. Auf Antrag der Freiheitlichen Arbeitnehmer-FPÖ fordert die Vollversammlung der AK Wien eine marktkonforme Absenkung der Überziehungszinsen bei Banken auf fünf Prozent, sowie das Aussetzen sogenannter „Strafzinsen“ bei Überziehungen des Kontorahmens.

Bessere Arbeitsbedingungen in der Mobilen Pflege und Betreuung

Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass die Bevölkerung immer älter wird. Dadurch steigen jedoch die Herausforderungen für das Gesundheitswesen und die Langzeitbetreuung und –pflege in Österreich. Jeder hat ein Recht auf professionelle Betreuung. Um die Mobile Pflege und Betreuung bestmöglich zu gestalten, braucht es eine Reihe von Reformen bei den Arbeitsbedingungen für die ArbeitnehmerInnen.

Die Vollversammlung der AK Wien fordert auf Antrag der Alternativen, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen (AUGE/UG) insbesondere: Hilfsmittel im vollen Umfang, die für die Arbeit und die Versorgung der Menschen gebraucht werden, Planungshoheit des Fachpersonals bei den Zeiten an und mit den KlientInnen, eine angemessene Entlohnung, Dienstplansicherheit gewährleisten, Vermeidung geteilter Dienste, ausreichende Personalreserven für Ausfälle und Urlaub und genügend Erholungszeiten.

Weiterer Ausbau des Wiener Radwegenetzes

Auf Antrag der Fraktion Grüne Arbeitnehmer (GA) empfiehlt die Vollversammlung der AK Wien den weiteren Ausbau des Radwegenetzes in der Stadt. Die Zügigkeit und die Direktheit von Radverbindungen ist der entscheidende Faktor für die Akzeptanz und tatsächliche Nutzung im täglichen Leben. Die Lücken im Wiener Radwegenetz müssen geschlossen, das Netz ausgebaut werden. Außerdem soll der Ausbau von Radschnellwegen ins Wiener Umland forciert werden.

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