27.2.2018

Auf Abschaltung von Gas, Fernwärme und Strom österreichweit an extrem kalten Tagen verzichten

Aufgrund der Dauerkälte haben die Wiener Netze sowie die EVN angekündigt, derzeit keine Gasabschaltungen durchzuführen – selbst wenn die Rechnung nicht bezahlt ist. „Der Verzicht auf Abschaltung der Energieversorgung für die nächsten sehr kalten Tage ist ein wichtiger Schritt, um vor allem einkommensschwachen Haushalten das Heizen zu ermöglichen“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. Energiearmut ist kein Randthema: In der EU können es sich über 11 Millionen Menschen nicht leisten, ihre Wohnräume ausreichend warm zu halten. In Österreich sind rund 117.000 Menschen davon betroffen, vor allem alleinerziehende Frauen und ältere Menschen.

Forderung

Die AK fordert daher alle Energieversorger in Österreich auf, dem positiven Beispiel der Wiener Netze und der EVN im Bereich der Gasversorgung zu folgen. Wichtig ist auch die Ausweitung der Maßnahme auf den Strombereich, denn ohne Strom funktionieren die meisten Heizungsanlagen nicht. Die Nah- und Fernwärmeversorger sind ebenfalls in die Verantwortung zu nehmen: Denn anderes als im Strom- und Gasbereich bestehen für die KundInnen der Nah- und Fernwärme keine besonderen Schutzbestimmungen, die sie vor raschen Abschaltungen schützen würden.

Strom- und Gaskunden müssen zweimal gemahnt werden

Bei Strom- und GaskundInnen ist es so: Sie müssen vor Abschaltung zweimal gemahnt werden, die letzte Mahnung muss mit eingeschriebenem Brief erfolgen. Zudem darf vor gesetzlichen Feiertagen oder Wochenenden die Strom- und Gasversorgung nicht abgeschaltet werden. Die AK fordert schon lange eine Ausweitung dieser Schutzbestimmungen auch auf die Nah- und Fernwärmeversorgung. Denn dass es hier zu einer unterschiedlichen Behandlung der EnergiekundInnen kommt, ist nicht nachvollziehbar.

Kampf gegen Energiearmut erfordert gesetzliche Regelungen

Die derzeitige Kältewelle zeigt aber, dass dringend weitere gesetzliche Maßnahmen gegen Energiearmut notwendig wären. Denn so positiv freiwillige Maßnahmen der Energieversorger sind: Der Kampf gegen Energiearmut erfordert gesetzliche Regelungen, damit sich die Menschen auf die Energieversorgung auch in kalten Zeiten verlassen können. Eine solche Regelung sollte auch Eingang in die angekündigte Energie- und Klimastrategie finden. 

Kontakt

Pressestelle der AK Wien und der Bundesarbeitskammer

Tel. : +43 1 50165 12565
Fax. : +43 1 50165 12209 
E-Mail: presse@akwien.at

nur für JournalistInnen -