3.2.2021

Dr.in Doris Allhutter erhält Käthe-Leichter Preis der AK Wien 2020 

Am 3.2.2021 wurde der von der AK gestiftete Käthe-Leichter Preis für Personen verliehen, die sich für die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern eingesetzt und in diesem Bereich Bedeutendes geleistet und Vorbildcharakter haben. Der Preis der 2010 eingeführt wurde, wird einmal pro Jahr von der Bundesministerin für Frauen verliehen.

„Durch den Käthe Leichter Preis sollen Frauen vor den Vorhang geholt werden, die zeigen, wie wichtig und bereichernd die Frauenperspektive in Wissenschaft und Forschung ist. Ein größerer Frauenanteil in diesen Bereichen erhöht die Qualität und hat Vorbildwirkung für viele junge Frauen“, betont AK Präsidentin Renate Anderl anlässlich der Preisverleihung.

Preisträgerin Doris Allhutter

Preisträgerin Doris Allhutter ist promovierte Politikwissenschafterin mit dem Schwerpunkt Wissenschafts- und Technikforschung. Sie beschäftigt sich mit der Frage von sozialen Vorstellungen in Informationssystemen und wie die Technikentwicklung und -nutzung die gesellschaftlichen Verhältnisse mitgestalten.

Forschung zu Internetpolitik

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der WU Wien absolvierte sie das Postgraduate Programm „Governance in Europe" am Institut für Höhere Studien. Ihr Doktoratsstudium der Politikwissenschaft schloss sie 2007 an der Universität Wien mit einer Arbeit zu digitaler Pornografie und der Internetpolitik der Europäischen Union ab. Doris Allhutter forscht zu Geschlechter-Technikverhältnissen sowie zu sozialer Ungleichheit in Informationstechnologien.

Benachteiligung durch AMS-Algorithmus

Frau Allhutter forscht auch zu Diskriminierung und Informationstechnologie. Sie hat Fallstudien durchgeführt, welche Bedingungen die Fairness im Maschinenlernen bzw. diskriminierungsfreiem Nutzen von Daten behindern.

Vor kurzem veröffentlichte Frau Allhutter eine von der AK Oberösterreich geförderte Studie zum AMS-Algorithmus, bei dem Arbeitssuchende in hohe, mittlere oder niedrige Chancen am Arbeitsmarkt eingeteilt werden. An diese Klassifizierung knüpfen die Fördermittel für Qualifizierung an, Ziel ist diese auf die Gruppen mit mittleren Chancen zu konzentrieren. Dabei zeigt sich, dass Kriterien wie „Betreuungspflichten“ (die nur bei Frauen in Betracht gezogen werden), „gesundheitliche Beeinträchtigung“ und ein sogenannter „Migrationshintergrund“ zu Benachteiligung führen können. Zuletzt hat sie dazu auch einen A&W-Blog verfasst.

Doris Allhutter ist außerdem Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (ÖGGF) und unterrichtet u.a. Gender und Diversity an verschiedenen österreichischen Universitäten. In der Käthe Leichter Jury am 3.12.2020 wurde entschieden, dass Doris Allhutter den von der AK Wien gestifteten Käthe Leichter Preis in Höhe von 2.500 Euro erhält.

Pionierin Käthe Leichter

Die Käthe-Leichter-Preise werden seit 2010 verliehen werden und sollen an das Leben und Wirken der Nationalökonomin Käthe Leichter erinnern. Leichter war als erste Frauenreferentin der Arbeiterkammer sowohl wissenschaftlich als auch politisch im Interesse der Frauen tätig. Ihre sozialpolitischen Erhebungen, beispielsweise über die Lage der Hausgehilfinnen, der Heim- und Industriearbeiterinnen, ebenso wie das Handbuch der Frauenarbeit in Österreich gehören zu den wichtigsten frauenrelevanten Publikationen der Zwischenkriegszeit. Käthe Leichter wurde 1942 im KZ von Nationalsozialisten ermordet.

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