2.6.2017
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Fachtagung zu betrieblicher Gesundheitsförderung: Eine gute Investition in die Zukunft

Die positiven Effekte für die Gesundheit der Mitarbeiter und der ökonomische Nutzen für Unternehmen und Gesellschaft durch Betriebliche Gesundheitsförderung sind belegbar, das zeigt eine aktuelle Studie der Gesundheit Österreich GmBH (GÖG).

Ingrid Rosian-Schikuta, Gesundheit Österreich GmBH

„Der Erfolg der Maßnahmen hängt von der konkreten Umsetzung und den spezifischen Problemlagen im Betrieb ab“, sagt Studienautorin Ingrid Rosian-Schikuta. „Um Menschen gesund in der Arbeit zu halten, müssen erfolgreiche Interventionen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zugeschnitten sein.“ Es bedarf dazu einer Gesundheitsförderung, die sowohl an der Arbeitsorganisation, den Arbeitsbedingungen, der Beteiligung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und der Stärkung der persönlichen Kompetenzen ansetzt, also beim individuellen Verhalten wie auch bei den Verhältnissen am Arbeitsplatz.  

Gesundes Essen alleine genügt nicht. Die Problemlagen sind weitaus komplexer und können je nach Branche oder Berufsgruppe unterschiedlich sein. Es gibt daher kein „Standardprogramm“ für alle Betriebe. „Für den Nachweis der Wirksamkeit und des ökonomischen Nutzens von Betrieblicher Gesundheitsförderung wäre es sinnvoll - neben der systematischen Sammlung von internationalen Evidenz - auch in Österreich begleitende Ergebnisevaluationen durchzuführen und Best-Practice Beispiele verstärkt zu verbreiten“ fordert Rosian-Schikuta. Die Studie zeigt aber auch, dass die empirischen Zusammenhänge von bestimmten Risikofaktoren (physische wie auch psychische) am Arbeitsplatz und der Gesundheit noch Forschungsbedarf gibt.  

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sowie der Tatsache, dass das Risiko einer chronischen Erkrankung verbunden mit einer eingeschränkten Erwerbsfähigkeit ab dem mittleren Erwachsenenalter stark steigt, gewinnen Anstrengungen zur Erhaltung von Gesundheit und Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit an Bedeutung. 

Martin Gleitsmann, Wirtschaftskammer Österreich

Für Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) steht fest, dass Betriebliche Gesundheitsförderung die Betriebe und ArbeitnehmerInnen gleichermaßen angeht: „Gemeinsam sollen Wege gefunden werden, für eine verbesserte Gesundheitsförderung im Unternehmen zu sorgen. Betriebliche Gesundheitsförderung steht daher für ein Miteinander im Betrieb und bessere Gesundheit im Unternehmen – also ein Gewinn für alle.“

Christian Operschall, Sozialministerium

Für Christian Operschall vom Sozialministerium (BMASGK) ist gesund länger arbeiten das übergeordnete Ziel. Ein wichtiger Beitrag dazu sind bedarfsgerechte und strukturierte Informationen über Angebote zum „Gesundheitsmanagement im Betrieb“.

Christina Dietscher, Gesundheitsministerium

Die Gesundheit der Arbeitnehmer steht auch für Christina Dietscher vom Gesundheitsministerium (BMGF) im Fokus: „Mit den Gesundheitszielen Österreich setzen wir uns dafür ein, dass alle Menschen in Österreich länger gesund leben können.  Eine Grundvoraussetzung dafür sind gesunde Arbeitsbedingungen –  daran arbeiten wir gemeinsam mit Partnern aus allen Politik- und Gesellschaftsbereichen.“ 

Helmut Ivansits, Arbeiterkammer Wien

„Die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung psychischer Belastungen und Betriebliche Gesundheitsförderung sind wichtige Anliegen betrieblicher Gesundheitspolitik. „Wichtige Ziele der AK“ erklärt Helmut Ivansits von der AK Wien, „sind eine stärkere Verbreitung und mehr Qualität in der Betrieblichen Gesundheitsförderung“. Die Informationen sind für Betriebsräte und Betriebe zu verbessern und die Förderlandschaft transparenter zu gestalten, um die Bereitschaft zur Betrieblichen Gesundheitsförderung zu erhöhen. Am Ende sollte eine Gesundheitsförderung stehen, die durchaus arbeitsteilig von den Präventionsträgern „maßgeschneidert“ für den Betrieb und für die ArbeitnehmerInnen angeboten werden soll. Für Ivansits ist wichtig, dass Klein- und Mittelberiebe besonders gefördert werden. „Es ist wichtig, den Betrieben vor Augen zu führen, dass Betriebliche Gesundheitsförderung nicht nur volkswirtschaftliche, sondern auch betriebswirtschaftliche Vorteile bringt.“  

Michael Musalek, Anton Proksch Institut Wien

Das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung muss auch im Zusammenhang mit einer in den letzten Jahren häufig gestellte Diagnose Burn-out im Bereich der psychischen Erkrankungen, diskutiert werden, betont Prof. Michael Musalek vom Anton Proksch Institut Wien: „Burn-out tritt dann in Erscheinung, wenn ein Missverhältnis von Arbeitsbedingungen und Anforderungen auf der einen Seite und den Möglichkeiten und Fähigkeiten des Einzelnen besteht, damit fertigzuwerden bzw. souverän umzugehen“. So einfach diese eherne Allgemeinregel des Burn-out ist, so mannigfach sind die Gründe für das Auftreten eines Burn-out Prozesses im Einzelnen. Sie reichen von objektivierbaren chronischen Arbeitsüberlastungen über schlechte bzw. ungesunde Arbeitsbedingungen bis hin zu objektivierbaren psychosozialen Beeinträchtigungen der Betroffenen bzw. Partnerproblemen.

      Facebook-Funktion aktivieren

      Drucken
      Zu Merkzettel hinzufügen
      TeilenZu Merkzettel hinzufügen

      Verwandte Links

      Zum Seitenanfang
      Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
      Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
      OK