Anderl zu Ausbildung bis 18: "Jetzt alle Register ziehen"

Heute Infomesse zur Ausbildungspflicht in der AK – AK Präsidentin fordert mehr Lehrplätze und sichere überbetriebliche Lehre.

„Wenn für die Jugendlichen Ausbildungspflicht bis 18 gilt, dann muss es auch ausreichend Ausbildungsangebote geben“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl anlässlich der heutigen Infomesse zur Ausbildungspflicht in der AK Wien. Noch fehlen in den Betrieben 16.000 Lehrstellen, und in Wien steigt die Zahl der Jugendlichen, nicht aber die Zahl der Plätze in den berufsbildenden Schulen. „Da müssen die Unternehmen weiterhin mehr Lehrlinge aufnehmen, und es muss sichergestellt werden, dass es in der überbetrieblichen Ausbildung weiterhin möglich ist, eine Lehre abzuschließen“, fordert Anderl.

Mit Jahresanfang waren fast 21.000 Jugendliche auf Lehrstellensuche. Sie brauchen entweder sofort eine Lehrstelle, sind in Schulungen des Arbeitsmarktservice oder in der überbetrieblichen Ausbildung. Ihnen boten die Unternehmer österreichweit nur rund 5.000 offene Lehrstellen. Unter dem Strich fehlen damit rund 16.000 Lehrstellen in den Betrieben.

AK Präsidentin Renate Anderl: „Hätten wir die überbetriebliche Ausbildung nicht, würden tausende Jugendliche auf der Straße stehen.“ Die überbetriebliche Ausbildung leistet einen wichtigen Beitrag, damit Jugendliche ohne Lehrstelle in einem Betrieb einen Lehrabschluss machen können. Gleichzeitig werden sie in der überbetrieblichen Ausbildung unterstützt, einen betrieblichen Lehrplatz zu finden. Das ist allerdings aufgrund der Lehrstellenlücke nicht immer erfolgreich.

Entscheidend ist daher, dass die überbetriebliche Ausbildung eine volle Lehre anbietet und die Jugendlichen dadurch zu einem vollwertigen Lehrabschluss kommen. Das muss auch weiterhin gewährleistet sein – durch ausreichend Plätze in der überbetrieblichen Ausbildung und Beibehaltung der Qualität der Ausbildung selbst.

Anderl: „Die Vermittlung auf betriebliche Lehrplätze ist wichtig. Aber das kann nur funktionieren, wenn es am Ort auch die passenden Lehrstellen in den Betrieben gibt. Da das nicht immer gewährleistet werden kann, ist die überbetriebliche Ausbildung notwendig.“

Für Wien verlangt die AK Präsidentin überdies vom Bund mehr Schulplätze in berufsbildenden Schulen wie HTL, HAK oder Handelsschulen: „Wien wird jünger, die Zahl der Jugendlichen steigt. Gibt es mehr Schulplätze, können mehr Jugendliche ihre Ausbildungspflicht in der Schule erfüllen. Und wir nehmen damit auch Druck vom Lehrstellenmarkt.“

Hinweis

Informationsmesse „Ausbildung bis 18“ für Jugendliche, Eltern und LehrerInnen, heute Dienstag, 11.2.2020, 14:00 bis 19:00 Uhr im Bildungszentrum der AK Wien, 1040, Theresianumgasse 16-18; Eintritt frei!

14:00 Uhr: Rundgang AK Bereichsleiterin Aschauer, Bildungsdirektor Himmer, ÖGB-Referatsleiter Prischl und Sozialministeriumservice-Leiterin Schmon.


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