12.7.2018

Anderl: „Ich fordere die 6. Urlaubswoche für alle!“

AK Präsidentin Renate Anderl will mit einem gängigen Missverständnis aufräumen: "Die 6. Urlaubswoche gibt es seit mehr als 30 Jahren. Ich halte es jetzt für notwendig, dieses Gesetz an die Bedürfnisse einer modernen Arbeitswelt anzupassen. Kaum jemand ist von der Lehrzeit an im selben Betrieb beschäftigt. Die ArbeitnehmerInnen sind also bereits sehr flexibel. Es gibt Menschen, die 27 Jahre und mehr in Beschäftigung waren und nie in den Genuss einer 6. Urlaubswoche kommen. Diese Flexibilität würde ich mir auch seitens der Arbeitgeber wünschen, wenn es um die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche geht."

Als ein Beispiel für die Anpassungsbereitschaft der Beschäftigten führt Anderl den Betriebsurlaub an. "Es ist nachvollziehbar, dass es für Betriebe notwendig sein kann, im Sommer zuzusperren. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es für diese Betriebsferien keine gesetzliche Grundlage gibt. Die ArbeitnehmerInnen sind hier also sehr flexibel - jetzt wäre es an der Zeit, dieses Entgegenkommen zu erwidern, und den Beschäftigten eine 6. Urlaubswoche zu ermöglichen.“ 

Laut einer Eurofound-Studie liegt Österreich bei der jährlichen Normalarbeitszeit mit 1.738 Stunden deutlich über dem EU-Durchschnitt (1.719) und Ländern wie Deutschland (1.681), Schweden (1.664) oder Dänemark (1.635). Durch das 12-Stunden-Tag-Gesetz wird die jährliche Überstunden-Höchstgrenze in Österreich nochmal von 320 auf 416 Stunden erhöht. Die ArbeitnehmerInnen haben sich mehr Zeit für Erholung, für ihre Familien und Freunde mehr als verdient. Anderl: „Ich fordere eine gerechtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche für alle ArbeitnehmerInnen in diesem Land.“

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