20.3.2018

Banken-KV: Gewinne der Finanzinstitute sprudeln

Mit einem historisch hohen Gewinn von knapp fünf Milliarden Euro haben Österreichs Banken das Geschäftsjahr 2017 beendet. Auch für 2018 stehen die Zeichen auf Wachstum – und das nicht nur in Österreich, sondern auch in den für den Finanzsektor so wichtigen Ländern Zentral-, Ost- und Südosteuropas. Belohnt werden dürfen aber nicht nur die AktionärInnen in Form steigender Dividenden, sondern auch die Beschäftigten.

Glänzende Geschäftsentwicklung der Banken

Angesichts der am 21.3.2018 stattfindenden 4. Runde bei den Verhandlungen um einen Kollektivvertrag für den Finanzsektor verweist die Arbeiterkammer auf die glänzende Geschäftsentwicklung der österreichischen Banken. Auf Basis der unkonsolidierten Einzelabschlüsse konnte der Kreditsektor 2017 einen historisch hohen Gewinn von 4,9 Milliarden Euro einfahren – das beste Ergebnis seit Beginn der Statistik der Oesterreichischen Nationalbank im Jahre 1995. Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise ist es damit wieder deutlich besser um die heimischen Kreditinstitute bestellt. Zudem wurde die Eigenkapitalausstattung signifikant gesteigert, der Anteil notleidender Kredite konnte reduziert werden.

Wirtschaftswachstum stützt den Aufwärtstrend

Außerdem stützt das kräftige Wirtschaftswachstum den gegenwärtigen Aufwärtstrend: Sowohl für den Export als auch für Investitionen ist die Kreditnachfrage deutlich gestiegen. Die Wirtschaft wächst aber nicht nur in Österreich, sondern auch in den – für den Bankensektor wichtigen – Ländern Zentral-, Ost-, und Südosteuropas (CESEE).

Bislang belohnt werden vor allem die AktionärInnen

Dafür belohnt werden bislang vor allem die Aktionärinnen und Aktionäre: So wird die RBI AG der Hauptversammlung eine Dividendenzahlung von 0,62 Euro je Aktie vorschlagen, was eine maximale Ausschüttungssumme von 204 Millionen Euro ausmacht. Auch für die AnteilseignerInnen der Erste Group wird der höchste jemals erzielte Konzerngewinn eine höhere Dividende bringen – und zwar gleich um 20 Prozent auf 1,2 Euro je Schein.

Beschäftigte müssen fairen Anteil erhalten

Wenig profitiert haben dagegen die Beschäftigten. Die Konsolidierung im Bereich ging auf ihre Kosten. Denn während im Jahr 2008 noch 80.293 Personen (nach Köpfen) in österreichischen Banken tätig waren, sind es 2017 nur noch 73.712 MitarbeiterInnen. Das ist ein Minus von 8,2 Prozent.

Umso mehr wäre es jetzt an der Zeit, bei den laufenden KV-Verhandlungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu denken, ohne die diese glänzenden Bilanzen weit weniger strahlen würden. Die AK fordert daher in diesem Sinne einen fairen Abschluss im Finanzsektor.