Schülerin © asife, shutterstock
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20.12.2018

AK Zukunftsprogramm: Mehr Service, mehr Leistungen, mehr für Mitglieder

Das Jahr 2019 wird den AK Mitgliedern neue und verbesserte Leistungen und Services der Arbeiterkammer in den Schlüsselbereichen Bildung, Pflege und Wohnen bringen. Zudem hat die AK eine große Digitalisierungs­offensive vor: Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollen bundesweit 150 Millionen Euro in einen Qualifizierungs­fonds und einen AK Projektfonds Arbeit 4.0 fließen. Die Offensive hat ein klares Ziel: Die Digitalisierung soll den Beschäftigten in Österreich nützen und ihr Leben verbessern.

Kontakt

Pressestelle der AK Wien und der Bundesarbeitskammer

Tel. : +43 1 50165 12565
Fax. : +43 1 50165 12209 
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AK Präsidentin Renate Anderl bei der Präsentation des AK Zukunfts­programms. Foto: Erwin Schuh

150 Millionen Euro mehr für die Mitglieder 

Die Arbeiterkammern haben gemeinsam ein Zukunftsprogramm für die Jahre 2019 bis 2023 erarbeitet. Dieses sieht neue Leistungsschwerpunkte in den Schlüsselbereichen Bildung, Pflege und Wohnen vor. Ein weiterer Schwerpunkt ist eine große Digitalisierungs­offensive, für die 150 Millionen Euro bundesweit zur Verfügung gestellt werden. 

Mehr Leistungen statt weniger Mittel 

Das Zukunftsprogramm ist die Antwort der AK auf eine Vorgabe der Regierung. Diese hat von den Kammern bis 30. Juni 2018 Effizienzsteigerungs­maßnahmen eingefordert. Das Zukunftsprogramm heißt: Mehr Leistungen statt weniger Mittel für die Arbeiterkammer. Für die Mitglieder bedeutet es ab dem Jahr 2019: Mehr Service zum gleichen Beitrag. Eine Kürzung der AK Beiträge hätte die gegenteilige Wirkung – also weniger Beratung, weniger Vertretung und in Folge weniger Rechte für die ArbeitnehmerInnen.  

Wünsche und Bedürfnisse der Mitglieder

Bei der Erstellung des Zukunfts­programms standen die Wünsche und Bedürfnisse der Mitglieder im Zentrum. Denn die Mitglieder sind es, die den Kurs der AK bestimmen. Bei der Dialoginitiative „Wie soll Arbeit?“ wurden die Beschäftigten auch gefragt, was ihnen wichtig ist: Dabei wurde unter anderem der Wunsch nach mehr Leistungen im Bereich Wohnen, Pflege, Bildung und Digitalisierung genannt. 

Wie die neuen Leistungen finanziert werden

150 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren aufzustellen, bedeutet für die AK eine große Kraftanstrengung. Um die neuen Leistungen anbieten zu können, wird intern gespart, es werden Bauvorhaben verschoben und Umschichtungen vorgenommen. Sollte die Regierung doch das AK Budget kürzen, sind die neuen AK Extras nicht möglich.

AK Extra: Große Digitalisierungsoffensive  

Projektfonds Arbeit 4.0

Mit dem Projektfonds Arbeit 4.0 will die Arbeiterkammer Projekte und Initiativen unterstützen, die die Arbeitswelt mithilfe von digitalen Instrumenten verbessern. Die Projekte sollen anderen als Vorbild dienen. Die vielversprechendsten Ideen werden über den AK Projektfonds Arbeit 4.0 gefördert.

Zur Inspiration und um Beispiele aus der Praxis vorzustellen, hat die AK bereits im Oktober 2018 eine große internationale Konferenz in Wien abgehalten. Dabei wurden Projekte aus Europa und den USA präsentiert. Sie zeigen, wie MitarbeiterInnen durch Digitalisierung mehr Möglichkeiten zur Mitsprache bekommen, wie Weiterbildung vorausschauend organisiert werden kann oder wie sich neue Arbeitsformen arbeitnehmerInnenfreundlich gestalten lassen. Initiativen, die ebenfalls die Arbeitswelt 4.0 im Sinne der Beschäftigten verbessern, können ab Jänner 2019 von der AK finanziell unterstützt werden.

Einreichen für eine Förderung beim Projektfonds Arbeit 4.0 können etwa BetriebsrätInnen, ArbeitnehmerInnen-Gruppen, Zivilgesellschaft (Vereine usw.), ForscherInnen und Gewerkschaften. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt vom Projekt, dem Eigenmittel-Anteil und den Gesamtkosten des Projekts ab. Sowohl eine finanzielle als auch eine strukturelle Förderung sind möglich. Ausgeschüttet werden zwischen 2.000 und 200.000 Euro pro Projekt. Ziel ist, eher wenige richtungsweisende große Projekte zu unterstützen als viele kleine.

Welche Projekte sind für den Projektfonds Arbeit 4.0 interessant? Etwa solche, die mit Digitalisierung die Mitbestimmung und Zusammenarbeit im Betrieb verbessern, die Arbeits- und Überstundenansprüche auf Knopfdruck errechnen, Online Module, um MitarbeiterInnen eine Bühne zu geben und gehört zu werden, innovative Formate mit digitaler Unterstützung für Betriebsversammlungen oder Projekte, die auf intelligente Weise die Nicht-Erreichbarkeit der Beschäftigten in der Freizeit regeln. Denn die AK will die Digitalisierung zum Nutzen der ArbeitnehmerInnen mitgestalten, und die ArbeitnehmerInnen fit für die Digitalisierung machen. 

Digi-Winner

Mit Digi-Winner wird die AK gemeinsam mit der Stadt Wien (waff) vertiefende mehrjährige Ausbildungen im Bereich Digitalisierung (etwa Softwareentwicklung mit Java oder Europäischer Computer Führerschein ECDL® Standard) unterstützen. Dabei verdoppelt die AK Wien Landesförderungen im Bereich der Digitalisierung. Dabei kann das AK Mitglied mit bis zu 2.500 Euro von der AK Wien unterstützt werden. Dieser Betrag steht AK Mitgliedern über fünf Jahre zur Verfügung und kann auch gestückelt in Anspruch genommen werden. Start des Digi-Winner ist im Februar. 

Digi-Bonus

Der Digi-Bonus ist ebenfalls ein neues Förderinstrument. Schon bisher unterstützt die AK Wien Kurse mit einem 120-Euro-Bildungsgutschein für Mitglieder (plus 50 Euro extra zusätzlich für Eltern in Karenz). Der Digi-Bonus in Höhe von 120 Euro kommt nun zusätzlich dazu – für ausgewählte Kurse im Bereich Digitalisierung. 

Datenschutz 

Auch auf den Konsumentenschutz hat die Digitalisierung Auswirkungen – und hier wird die AK künftig Extra-Beratung zu den Themen Datenschutz und Schattenseiten der Digitalisierung anbieten. Die Mitglieder können sich an uns wenden, wenn mit ihren Nutzerdaten unerlaubt Geschäfte gemacht werden, wenn smarte Geräte zu viele Geheimnisse preisgeben oder wenn man im Internet Betrügern zum Opfer gefallen ist. Ab April wird die AK Wien dieses neue Beratungsangebot starten.

Ausstellung
Um Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren, bietet die AK Wien noch bis Ende Juni die Ausstellung „Out of Control“ im Garten der AK Wien, Prinz-Eugen-Straße. Nähere Infos unter outofcontrol.ak.at.

AK Extra: Neue Leistungen im Bereich Bildung, Pflege und Wohnen

AK Extra Bildungsberatung

Wie weiter bei der Berufs- und Bildungswahl? Die Arbeiterkammer bietet künftig in Wien umfassende Bildungsweg-Beratung in der 7. bzw. 8. Schulstufe und vor der Matura an.

AK Bildungsnavi 

Mit dem neuen AK Bildungsnavi hilft die AK allen Jugendlichen, die zwischen verschiedenen Bildungs- und Berufswegen wählen oder sich für einen Weg entscheiden müssen. Bisher wurde dieses Service punktuell im Rahmen der „L14 – AK Bildungs- und Berufsinfomesse“ (jährlich im November), durch Berufsorientierungsworkshops für Schulklassen, Elterninfoabende und im Rahmen von anderen Messen und Schulveranstaltungen angeboten. Ab Februar wird es das ganze Jahr über möglich sein, sich telefonisch durch die oft verwirrenden Bildungswege navigieren zu lassen. Auch persönliche Beratung in Schwerpunktwochen (sogenannte Bildungsnavi-Wochen) wird es im März und im November geben. Zur Bildungsorientierung wird auch eine eigene App namens Jopsy angeboten, die ab Frühjahr erhältlich sein wird. Diese App ist der Start in die Bildungs- und Berufsorientierung und bietet eine erste Orientierung bezüglich der eigenen Interessen.

AK Extra Pflegegeldberatung und Rechtsschutz

Jährlich gibt es in Österreich 185.000 Erst- oder Erhöhungsanträge beim Pflegegeld. Die Erfahrung zeigt: Bei der Pflegegeldeinstufung passieren Fehler. Daher hilft die AK Wien ihren Mitgliedern und deren Angehörigen, zur richtigen Pflegegeldstufe zu kommen. Denn für die Betroffenen ist es von großer Bedeutung, wie viel Pflegegeld sie bekommen. Angeboten wird eine telefonische Beratung, aber auch persönliche Termine sind möglich. Schätzt die AK die Pflegegeld-Einstufung als zu niedrig ein, zieht sie für den Betroffenen vor Gericht. Die Pflegegeldberatung ist sowohl für ehemalige AK Mitglieder als auch für deren Angehörige gedacht.

AK Extra für die Beschäftigten in Gesundheitsberufen

Die AK hat bereits heuer die Aufgabe übernommen, die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen zu registrieren. Das Gesundheitsberuferegister macht die Qualifikationen aller betroffenen Berufsangehörigen einsehbar und ist eine wichtige Planungsgrundlage für die künftige Pflege- und Gesundheitspolitik. Gleichzeitig dient es der Qualitätssicherung. Mit der Eintragung in das Gesundheitsberuferegister erhalten die Berufsangehörigen einen Ausweis, mit dem sie die Berechtigung zur Ausübung des Gesundheitsberufs jederzeit nachweisen können. Dies soll auch zu einer Aufwertung der Gesundheitsberufe beitragen. Ein weiterer Vorteil: Bei einem Arbeitgeberwechsel wird das Vorlegen von Zeugnissen und anderen Nachweisen vereinfacht. Arbeitgeber können sich auf das Register und die damit verbundene behördliche Überprüfung verlassen. Neben der Registrierung plant die AK auch, eine spezielle Beratung und Ausbildungsangebote für die Angehörigen von Gesundheitsberufen einzuführen.

AK Extra Wohnrechtsberatung

Im Februar startet die AK Wien mit einer Telefon-Hotline für Miet- und Wohnrechtsberatung. Ziel ist eine umfassende Information der AK Mitglieder zu allen miet- und wohnrechtlichen Themen. Künftig werden auch Musterverfahren und Musterprozesse im Wohnrechtsbereich ausgeweitet werden. Zudem sind Info-Veranstaltungen mit persönlicher Beratung geplant, etwa zu Mietrecht, Genossenschaftswohnungen oder Kauf einer Eigentumswohnung.