Frau mit Taschenrechner © leszekglasner, Adobe Stock
© leszekglasner, Adobe Stock
25.03.2021

AK Girokonto-Preismonitor: „Hangover“ – Minuszinsen maxi, Pluszinsen mini 

Ein neues Gehaltskonto kostet NormalnutzerInnen im Schnitt 125 Euro im Jahr. Kontopreise und enthaltene Leistungen schwanken je nach Bank stark. Achtung, immer mehr Leistungen kosten extra! Das zeigt eine Analyse des AK Bankenrechners bei 36 Banken. 

Wer sein Konto überzieht, muss mit saftigen Zinsen rechnen

Christian Prantner, AK KonsumentInnenschützer resümiert: „Egal, ob Online- oder klassisches Konto, die Pluszinsen kleben schon lange am ‚Gefrierpunkt‘ fest, die Überziehungszinsen sind im Hoch und können bis zu knapp 14 Prozent betragen. Sparen können Sie bei Minuszinsen und jährlichen Kosten.“ 

Für ein neues Gehaltskonto müssen NormalnutzerInnen (280 Buchungen im Jahr) in Österreich mit durchschnittlich 125 Euro im Jahr rechnen. Das zeigt einen AK Analyse von 79 Gehaltskonten von 36 österreichischen Banken. Neben der Gebühr für Kontoführung gibt es viele Dienstleistungen, die extra verrechnet werden, auch bei Pauschalkonten.

Prantner: „Es gibt ja Einzel- und Pauschalverrechnung. Pauschalkonto heißt aber nicht all inclusive. Es ist für KonsumentInnen nicht einfach, die Extraleistungen zu erfassen, da die Banken sehr unterschiedliche Preisstrategien verfolgen.“ Grundsätzlich verlangen Banken neben der Kontoführung Zusatzspesen für beleghafte Transkationen, etwa herkömmliche Zahlscheinüberweisungen, Schaltertransaktionen, zum Beispiel Bargeldeinzahlungen sowie Kontoauszüge – das kann auch bei Pauschalkonten vorkommen.

Bei den Gehaltskonten betragen die Zinsen für Guthaben im Schnitt 0,01, maximal 0,125 Prozent. Wer hingegen ins Minus rutscht, zahlt im Durchschnitt 10,625 Prozent. „Vergleichen der Girokonten lohnt sich, denn KonsumentInnen können nicht nur bei den jährlichen Kosten, sondern auch bei Überziehungszinsen einiges sparen. Die Bandbreite beträgt von 5,375 bis 14 Prozent.“ Zudem zeigt ein Vergleich zwischen klassischer und reiner Online-Nutzung: Beim konsequenten Online-Banking gibt’s auch Ersparnis bei den jährlichen Kontokosten. 

Top fünf Gehaltskonten 

Kosten für ein neues Girokonto für NormalnutzerInnen (klassische Nutzung, mit beleghaften Transaktionen bzw. Filiale, 280 Buchungen im Jahr)

Bank Konto Sollzinsen Habenzinsen jährliche Kosten
DADAT  Gehaltskonto 6,500 % 1)    0,010 % 2)  0,00 Euro
easybank easy gratis        6,900 % 2)   0,001 % 2)      27,15 Euro
Hello bank!   Hello Girokonto 3)   6,750 % 1)   0,000 % 2)      30,00 Euro
Anadi Bank    Online-Konto       7,000 % 1)   0,010 % 1) 48,71 Euro
Sparda vida Basis        11,750 % 2)   0,010 % 2)      59,54 Euro

1) variabel; 2) fix; 3) kombiniert mit Investmentplan und/oder Wertpapierdepot; Quelle: www.bankenrechner.at, 23.03.2021

Top fünf Online-Gehaltskonten 

Kosten für ein neues Girokonto für NormalnutzerInnen (280 Buchungen im Jahr, alle Transaktionen per Internet-Banking bzw. beleglos)

Bank Konto Sollzinsen Habenzinsen jährliche Kosten
DADAT  Gehaltskonto 6,500 % 1)    0,010 % 2)     0,00 Euro
Hello bank!      Hello Girokonto 3)  6,750 % 1)    0,000 % 2)     0,00 Euro
easy bank        easybank gratis   6,900 % 2) 0,001 % 2)      0,00 Euro
Austrian Anadi   Online-Konto      7,000 % 1)      0,010 % 1)      1,08 Euro
bankdirekt.at  Gehaltskonto 6,900 % 2)  0,000 % 2)      2,50 Euro

1) variabel; 2) fix; 3) kombiniert mit Investmentplan und/oder Wertpapierdepot; Quelle: www.bankenrechner.at, 23.03.2021

Das sollten Sie wissen – fünf Tipps

  •  Simply the best: Prüfen Sie Ihr Nutzungsverhalten und suchen Sie das für Sie passende Konto aus – auf den Bank-Webseiten finden Sie die Entgeltinformationen. Es gibt Einzel- und Pauschalverrechnung. Achtung, pauschal ist nicht immer pauschal. Immer mehr Leistungen kosten auch hier extra, etwa beleghafte Überweisungen, Kontoauszüge und Bartransaktionen am Schalter.
     
  • Zinsen verhandeln: Klären Sie, ob die Zinssätze für Guthaben und Überziehung fix oder variabel sind. Verhandeln Sie den Zinssatz für Überziehungen (Sollzinsen). Entscheidend sind: persönliche Bonität, langjährige Bindung und Verhandlungsgeschick.

  • Kontopreis erhöhen – kein jährlicher Trott: Banken müssen für Preiserhöhungen am Konto Ihre ausdrückliche Zustimmung einholen. Schweigen kann als Zustimmung gelten, wenn es vertraglich vereinbart wurde.

  • Change the Bank: Sie wollen die Bank wechseln – checken Sie nicht nur das neue Konto, sondern auch die Konditionen von Krediten, Spareinlagen und Wertpapiergeschäften. Wollen Sie wirklich wechseln, dann muss Ihnen Ihre neue Bank bei der „Übersiedlung“ des Kontos helfen. Es gibt für neue und alte Bank Fristen, wann Wechsel und Umstellung zu erfolgen haben.
     
  • „Vor die Tür gesetzt“ – darf das sein?: Die Bank darf Ihr Girokonto generell einseitig kündigen („ordentliche Kündigung“). Sie muss Sie schriftlich informieren. Dabei muss sie eine zweimonatige Frist einhalten und das Datum mitteilen, ab wann die Kündigung wirksam ist. 

Downloads

Kontakt

Kontakt

Pressestelle der AK Wien und der Bundesarbeitskammer

Tel. : +43 1 50165 12565
Fax. : +43 1 50165 12209 
E-Mail: presse@akwien.at

nur für JournalistInnen -