Studentin sitzt vor Laptop © metamorworks, stock.adobe.com
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8.4.2021

AK Bankenmonitor: Mit Spesen viel gewesen!

Jede zweite überprüfte Bank hat für NeukundInnen an der Spesenschraube gedreht, teils kräftig und gleich mehrmals – konkret durchschnittlich sieben Spesen um plus rund zwölf Prozent. Das zeigt ein AK Bankenmonitor im Jahresvergleich bei elf Banken in Wien. 

Banken haben für NeukundInnen Spesen teilweise kräftig erhöht

Die AK hat die Preise von 53 Dienstleistungen für NeukundInnen – Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit, Wertpapiere – bei zwölf Banken in Wien im Jahresvergleich November/Dezember 2019 zu Dezember 2020/Jänner 2021 erhoben. Die Volksbank Wien hat trotz mehreren Aufforderungen keine Preisaushänge übermittelt – so wie in den Vorjahren. Der AK Bankenmonitor zeigt: Sechs der elf geprüften Banken haben zwischen zwei (easybank) und 15 (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien) Spesen erhöht oder neue eingeführt.

„Fünf Banken ließen ihre Spesen unverändert: Hypo NÖ, Generali Bank, ING-DiBa, Santander Consumer und WSK Bank. Sechs haben an der Preisschraube gedreht, davon haben vier einzelne Gebühren gänzlich gestrichen“, erklärt AK KonsumentInnenschützer Martin Korntheuer.

Drei Beispiele aus dem AK Bankenmonitor: Die meisten Entgelte hob die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien an: 15 teils kräftige Erhöhungen mit durchschnittlich 18,89 Prozent. Im Gegenzug senkte sie jedoch auch eine Gebühr und streicht sogar zwei Preise zur Gänze. Die bankdirekt.at setzte acht ihrer Entgelte hinauf – jedoch in einem deutlich geringeren Ausmaß, im Schnitt um 1,23 Prozent. Jeweils sieben ihrer Entgelte schraubten Erste Bank und Bank Austria in die Höhe – die Erste um im Schnitt 20 Prozent, Bank Austria um durchschnittlich 4,50 Prozent.

Die AK ortete auch Preisausreißer – einige Beispiele: Wer Bankgeschäfte am Schalter abwickelt, muss tief ins Geldbörsel greifen. So kostet jetzt etwa bei der BAWAG P.S.K. eine Einzahlung am Schalter auf ein fremdes Konto 9,90 Euro. Auch bei Krediten und im Wertpapiergeschäft haben die Banken vereinzelt kräftig an der Preisspirale nach oben gedreht: Wenn KreditkundInnen eine Stundung bei der Ersten Bank beantragen, zahlen sie nun 250 statt 116 Euro. „Die Spesen haben sich mehr als verdoppelt. In Zeiten von Kurzarbeit und hoher Arbeitslosigkeit kein positives Signal!“, so Korntheuer.

Top drei Spesenritter

Bank Spesen  alt neu Verteuerung
Bawag P.S.K.         Wertpapierübertrag 1) 7,20 € 40,00 € 455,56%
Raiffeisen Wien-NÖ   Manuelles Buchungsentgelt  1,20 € 2,99 € 149,17%
Raiffeisen Wien-NÖ   Bankomat abheben/zahlen    0,24 € 0,59 € 145,83%

1) pro Position

Quelle: Preisaushänge der jeweiligen Banken: Nov./Dez. 2019 zu Dez. 2020/Jänner 2021, absteigend nach prozentueller Erhöhung

Top drei Best of Spesen

Bank Spesen alt neu
Raiffeisen Wien-NÖ   Verlassenschaftsgebühr 0,20% v. Kontosaldo 1)     0,00 €
bankdirekt.at        Verlassenschaftsgebühr 87,87 € 0,00 €
Bank Austria         elektronische Buchung 2)3 0,30 € 0,00 €

1) mind. 30, max. 192 €; 2) inkl. Bankomatbehebung und –zahlung; 3) Umstellung der Kontomodelle, verglichen mit dem nicht mehr angebotenen PerfectFit Konto

Quelle: Preisaushänge der jeweiligen Banken: Nov./Dez. 2019 zu Dez. 2020/Jänner 2021

Corona-Sonderzins von fünf Prozent für Minus am Konto!

„Rund eine Million Menschen ist noch in Kurzarbeit oder arbeitslos. Für sie ist’s finanziell eng und über die Runden zu kommen, überziehen sie auch ihr Konto“, sagt AK KonsumentInnenschützer Gabriele Zgubic. Die Zinsen für Kontoüberziehungen sind extrem hoch und betragen durchschnittlich 10,625 Prozent, obwohl die Zinsen für Guthaben derzeit bei null liegen. Die AK fordert daher einen Corona-Sonderzinssatz für Überziehungen von fünf Prozent während der Pandemiekrise.

Weg mit Mahnspesen, Verzugszinsen und Negativeinträgen
Zusätzlich zum Corona-Sonderzinssatz sollten Banken bei Zahlungsproblemen (Konsum-, Hypothekarkredit sowie bei Kontoüberziehungen) auf Verzugszinsen und Mahnspesen verzichten und keine abrupten Kreditkündigungen veranlassen. Wer sein Konto über den Überziehungsrahmen überzieht (meist zwei bis vier Netto-Monatsgehälter), zahlt zusätzlich vier Prozent Zinsen – dieser Verzugszinssatz soll gestrichen werden. Und auch die Negativeinträge („Schwarze Liste“) in den Bonitätsdatenbanken von Wirtschaftsauskunfteien sollen bei Corona-Kreditstundungen fallen.

Keine Negativzinsen beim Girokonto
Die AK fordert ein gesetzliches Verbot der Verrechnung von Negativzinsen bei privaten Girokonten (zum Beispiel von Gehalts-, Pensions-, Jugend- und StudentInnenkonten). Negativzinsen für Giroeinlagen würden nämlich bedeuten, dass die KontoinhaberInnen der Bank Zinsen für ihre Guthaben am Konto bezahlen. Negativzinsen sind nur bei Spareinlagen verboten, nicht jedoch bei anderen Einlagen.  

Keine Bankomatgebühren
Die AK ist der Ansicht, dass der Zugang zum eigenen Bargeld nicht extra kosten darf, sondern, dass diese Leistung integraler Bestandteil des Kontovertrages ist. BankkundInnen zahlen bereits für das Konto ein jährliches Entgelt, und es werden für viele Dienstleistungen zusätzlich Gebühren verrechnet. Durch eine Extragebühr für Bankomatbehebungen würde man damit auch die BankkundInnen dazu drängen, mehr bargeldlos zu zahlen. Damit wäre aber die Wahlfreiheit zwischen zahlen mit Bargeld oder bargeldloses Zahlen eingeschränkt.

Tipp

Mit dem AK Bankenrechner Preise für Girokonten vergleichen und einen Bankwechsel überlegen.

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