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DVD-Sammlung "Arbeit im Film"

Unsere DVD-Sammlung "Arbeit im Film" finden Sie hier. Mit einer Lesekarte der AK Bibliothek können Sie kostenlos DVDs aus der Sammlung entlehnen oder auch direkt in der Bibliothek ansehen. Das Angebote wird laufend erweitert. Ihnen fehlt ein wichtiger Film zum Thema Arbeit? Dann schreiben Sie Ihren Filmtipp an bibliothek@akwien.at

Arbeit im Film

Arbeit kommt in Filmen oft nur am Rande vor, und das ist erstaunlich: Immerhin spielt die Arbeit für die meisten eine zentrale Rolle, egal, ob man eine hat oder eine sucht, sie liebt oder nur ungern verrichtet. Das Bibliotheksteam der Arbeiterkammer Wien hat 2015 begonnen, systematisch Filme mit Arbeitsbezug zu sammeln und kann BibliotheksnutzerInnen inzwischen rund 300 DVDs anbieten – darunter Klassiker, Komödien und Dokumentationen. Filme mit FabrikarbeiterInnen sind genauso darunter zu finden wie Dokumentationen über Sexarbeiterinnen („Whores’ Glory“) oder Top Manager („Der Banker – Master of the Universe“).

1895 gilt als Geburtsjahr des Kinos. Der Kurzfilm, der erstmals zahlendem Publikum gezeigt wurde, war „Arbeiter verlassen die Fabrik“ – mit ebendieser Handlung. Gedreht wurde er von den Fotoindustriellen Lumière, die damit ihre neue Filmtechnologie bewarben. Die Zuseher lobten den Realismus des Films, obwohl die ArbeiterInnen überwiegend in Sonntagskleidung statt in Arbeitskitteln durch die Werkstore schritten. Ganz anders die Darstellung des sowjetischen Regisseurs Sergei Eisenstein: Sein Stummfilmklassiker „Streik“ (1925) über Arbeitskampf während der Zarenzeit beeindruckt mit Bildern, die bis heute unsere Vorstellung von körperlicher Arbeit mitprägen. 

Der Erste, der ernste Arbeitsthemen komödiantisch anpackte, war Charlie Chaplin. In seiner Slapstickkomödie „Moderne Zeiten“ (1936) verliert sein Held durch das unerbittliche Tempo der Fließbandarbeit den Verstand. Schließlich schraubt er nicht mehr an Werkstücken weiter, sondern an Nasen und Knöpfen. Tragikomisch geht es zuweilen auch in DDR-Filmen zu, so etwa in „Spur der Steine“ (1966), wo eine Vorzeige-Baubrigade so gar nichts von Planwirtschaft hält und kurzum anderen das Material klaut, wenn ihnen zu wenig zugewiesen wird.

Frauen werden Heldinnen

Mit der erstarkenden Frauenbewegung treten zunehmend Frauen als zentrale Figuren auf: Der BRD-Kurzspielfilm von Helke Sander „Eine Prämie für Irene“ (1971) thematisiert erstmals die Doppelbelastung von Fabrikarbeiterinnen mit Kindern – und kritisiert zugleich herkömmliche Arbeiterfilme, die sich nur auf den Beruf beziehen. Der Dokumentarfilm derselben Regisseurin „Mitten im Malestream“ (2005) setzt sich mit den Kernthemen der frühen Frauenbewegung in Deutschland auseinander, wozu auch die Frage nach der Kinderbetreuung gehörte. 

Im amerikanischen Spielfilm „Norma Rae“ (1979) erkennt eine alleinerziehende Fabrikarbeiterin, dass sie mit anderen gegen schlechte Arbeitsbedingungen kämpfen muss, und wandelt sich zur politisch handelnden Frau. Die US-Doku „Coalmining Women“ (1982) porträtiert Frauen, die in die Männerdomäne Kohlebergbau vorgedrungen sind.

Wenn die Arbeit ausgeht

Viele Filme über Arbeit gehen der Frage nach, was passiert, wenn Arbeit fehlt. Dass diese Auseinandersetzung nicht nur deprimierend sein muss, haben die arbeitslosen Stahlarbeiter in „Ganz oder gar nicht“ (1997) bewiesen, die sich als Stripper die Finanzen aufbessern. Oder die Werkskapelle im Feel-good-Steifen „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten“ (1990), die auch nach der Stilllegung der Kohlenzeche weiterprobt und das angekratzte Selbstbewusstsein wieder aufbaut. Auch „Le club des chômeurs“ (2003) begegnet dieser Thematik in humoristischer Art – hier gründen sechs arbeitslose Männer einen Club, der ihnen verbietet zu arbeiten selbst dann, sollten sie wider Erwarten ein Jobangebot kriegen. 

„Rosetta“ (1999) hingegen vermittelt den ZuseherInnen die Dramatik und gesellschaftlichen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, wie weit Menschen bereit sind zu gehen um wieder Arbeit zu finden. Die österreichische Dokumentation „Hot Spot“ (2011) zeigt uns, wie schwierig es ist aus der Langzeitarbeitslosigkeit zurückzukehren; im Wiener Restaurant „Michel’s“ werden die Menschen auf ihren Wiedereintritt ins Berufsleben vorbereitet.

Banken und Finanzkrise

Filmische Auseinandersetzungen zum Thema Wirtschaft in der Krise gibt es schon lange. Einen eigenen thematischen und höchst aktuellen Komplex innerhalb des Themas bilden die Filme, die sich mit der globalen Banken- und Finanzkrise auseinandersetzen. Vor allem befassen sich Dokumentarfilme mit diesem Thema, aber es finden sich ebenso Spielfilme. Allgemein geht es in diesen filmischen Auseinandersetzungen darum, der Krise nachzuspüren, sie zu analysieren und ihre gesellschaftlichen Implikationen darzustellen. 

Gerade dem „Anfangspunkt“ der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 widmen sich einige Filme – wie beispielsweise die Dokumentationen „Inside Job“ (2011), „Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt“ (2013) oder „Inside the Meltdown“ (2009); aber auch Hollywood-Spielfilme setzen sich mit dem Thema auseinander, wie z.B. „Too big to fail“ (2012) oder „Margin Call“ (2012). Diese Filme analysieren die Machtgefüge und Strukturen, vor allem innerhalb des US-Banken- und Wirtschaftssystems und die globalen Auswirkungen desselben. 

Es finden sich aber nicht nur Filme über die Bankenkrise in den USA, sondern auch solche, die die Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa und ihre Auswirkungen thematisieren. In diesbezüglichen Dokumentarfilmen wird beispielsweise versucht zu erläutern, wohin das Geld wirklich fließt („Staatsgeheimnis Bankenrettung“, 2013) oder warum Sozialleistungen stetig abgebaut und öffentliche Güter verkauft werden („Wer rettet wen?“, 2015). Aber auch Spielfilme zu der europäischen Finanzkrise existieren, wie beispielsweise „Crash Kurs“ (2012), der die Auswirkungen der Bankenkrise im Mikrokosmos einer Familie zeigt. 

Selbst der Weg zur Krise lässt sich bereits früher nachspüren, wenn man Filme wie „Der große Ausverkauf“ (2006), „The Yes Men fix the World“ (2009), „The Corporation“ (2004) oder den Spielfilm „Yella“ (2007) als eine Art Gesamtbild auf sich wirken lässt. Insbesondere geht es hierbei um große Unternehmen und Multikonzerne, den Risikokapitalismus, aber auch um das Thema Privatisierung, die das Wirtschaftswachstum steigern soll.


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