20.1.2014

1x1: Neu im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist für die Überwachung der Geschäftsleitung und Entscheidungen bei strategischen Weichenstellungen verantwortlich. Diese Aufgaben bewirken, dass die Tätigkeit im Aufsichtsrat mit großer Verantwortung verbunden ist und einer entsprechenden Sorgfalt bedarf.

Um Aufsichtsratsmitglieder bei der erfolgreichen Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen, hat das IFAM-Team folgende Tipps und Empfehlungen für die Aufsichtsratsarbeit zusammengestellt. Diese stammen aus der Beratungs- und Schulungspraxis mit Aufsichtsratspraktikern, Geschäftsführern und erfahrenen BetriebsrätInnen.


Beschaffen Sie sich Information

Als Aufsichtsratsmitglied sollten Sie gut über das Unternehmen informiert sein. Dies ist bei BetriebsrätInnen naturgemäß der Fall, da Sie in der Regel schon mehrere Jahre im Betrieb tätig sind. Es ist aber durchaus sinnvoll sich einige Unterlagen, wie Firmenbuchauszug, Satzung bzw Gesellschaftsvertrag, Geschäftsordnung des Aufsichtsrats, Protokolle der letzten Sitzungen, Jahresabschlüsse sowie Bericht der internen Revision der letzten Jahre zu besorgen. Am besten ist es, sich diesbezüglich an den Aufsichtratsvorsitzenden oder an die Geschäftsführung zu wenden. Auch ein/e allfällig bereits im Aufsichtsrat tätige/r ArbeitnehmervertreterIn kann dabei behilflich sein.

TIPP

Eine persönliche Vorstellung beim Aufsichtsratsvorsitzenden nach der Nominierung als neues Mitglied ist ratsam.


Ihre Aufgaben als Betriebsrat im Aufsichtsrat

Als BetriebsrätIn im Aufsichtsrat haben Sie zwei Hauptaufgaben. Sie sollten einerseits zum Wohle Ihres Unternehmens tätig sein, Ihre Meinung zu Strategie und Maßnahmen etc äußern. Sie sollten Ihre Auffassung argumentieren, begründen und vertreten und letztendlich müssen Sie natürlich abstimmen. Ihre zweite Hauptaufgabe ist es natürlich, für Ihre Beschäftigten, die Belegschaft, etwas zu tun. Wenn zB 50 ArbeitnehmerInnen gekündigt werden sollen, heißt es durchaus auch ‚kämpfen’ – für einen Sozialplan, natürlichen Abgang etc.

Haftung

Jedes Aufsichtsratsmitglied haftet persönlich für Schäden, die es durch rechtwidriges und schuldhaftes Verhalten oder auch Unterlassen verursacht hat. Setzen Sie daher sämtliche gesetzlichen Mittel zur Überwachung ein und beteiligen Sie sich an Beschlussfassungen mit der entsprechenden Sorgfalt.

Versicherung

Der ÖGB hat für Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat eine Gruppenhaftpflichtversicherung (Versicherungssumme pro Schadensfall € 73.000, 5 % Selbstbehalt) abgeschlossen. Zur Erlangung des kostenlosen Versicherungsschutzes sollten Sie eine schriftliche Meldung an die jeweils zuständige Fachgewerkschaft bzw an das Referat für Betriebsarbeit im ÖGB (Tel.: 01/53444-466) machen. Nur dann sind Sie versichert.