23.06.2017
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Unternehmensmonitor: Große Gesellschaft – große Rendite

Ertragsstark, rentabel und mit einer soliden Eigenkapital-Basis ausgestattet: So lassen sich laut dem AK Unternehmensmonitor Österreichs große Kapitalgesellschaften beschreiben. Zu wünschen übrig lässt aber die Investitionsbereitschaft und der gesellschaftliche Beitrag in Form von Steuern. Und bei der Verteilungspolitik ortet die AK eine anhaltende Schieflage zu Ungunsten der ArbeitnehmerInnen.   

TIPP

Die gesamte Studie zum Downloaden finden Sie hier.

Der alljährlich erscheinende AK Unternehmensmonitor hat die Bilanzen von 894 großen Kapitalgesellschaften einer exakten Analyse unterzogen. Das Ergebnis in einem Satz laut Studienautor und AK Betriebswirt Markus Oberrauter: „Die wirtschaftliche Performance der untersuchten Unternehmen kann sich mehr als sehen lassen.“ Sowohl die Gewinnsituation als auch die Liquidität der Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt.

Eigentümer erhalten 12,3 % Rendite auf eingesetztes Kapital

Konkret weisen die untersuchten Betriebe (anhand der Daten der aktuell zur Verfügung stehenden Bilanzen des Geschäftsjahres 2015) im Schnitt eine EBIT-Quote von 4,4 Prozent auf – nach 3,9 Prozent bei der vorigen Analyse. Dazu Oberrauter: „Ein Viertel der Unternehmen kommt sogar auf eine Gewinnmarge von 7,3 Prozent.“ Entsprechend hoch ist die Rendite auf das eingesetzte Kapital für die EigentümerInnen: Die durchschnittliche Eigenkapitalrentabilität liegt bei stolzen 12,3 Prozent (nach rund zehn Prozent im Vorjahr). Zum Vergleich: Die Rendite österreichischer Staatsanleihen lag 2015 bei 0,41 Prozent.

Hervorragend auch die finanzielle Stabilität der Unternehmen

Die Liquidität erreichte im Schnitt 120,7 Prozent (Prozentsatz, zu dem das kurzfristige Umlaufvermögen das kurzfristige Fremdkapital deckt). Heißt: Die Firmen verfügen über genügend liquide Mittel, um mögliche Zahlungsschwierigkeiten kurzfristig zu überbrücken. Auch die Eigenkapital-Quote befindet sich mit knapp 40 Prozent auf einem hohen Niveau.

Zu den GewinnerInnen dieser Situation zählen die AktionärInnen

„Die Ausschüttungen sind im Verhältnis zur Lohn- und Gehaltssumme immer noch hoch“, sagt Oberrauter. Konkret wurden 34 Prozent der Lohn-und Gehaltssumme verteilt. Die Ausschüttungsquote (gemessen an den Jahresüberschüssen) ist zwar mit 72 Prozent geringer ausgefallen als 2014 (94 Prozent) – doch es werden immer noch fast drei Viertel an die Anteilseigner abgeführt.

Investitionsbereitschaft hält sich in Grenzen

Dagegen hält sich laut dem AK Monitor die Investitionsbereitschaft in Grenzen. Gemessen an der Betriebsleistung haben sich die Investitionen in Sachanlagen weiter auf 4,5 Prozent reduziert. „Zumindest liegen die Investitionen deutlich über der Wertminderung der Anlagen“, analysiert Oberrauter, kritisiert aber gleichzeitig, dass die Dividenden drei Viertel der in Sachanlagen getätigten Investitionen ausmachen: „Für die Zukunft eines Unternehmens und damit für die Arbeitsplätze sind Investitionen von enormer Bedeutung. Es wäre daher angebracht, die erwirtschafteten Gewinne in die Betriebe und die Beschäftigten zu investieren, statt auszuschütten“ Denn der Beschäftigtenstand der analysierten Unternehmen entwickelte sich nur leicht positiv – in den vergangenen zwei Jahren stieg er gerade einmal um knapp ein Prozent. Und auch der Zuwachs bei den Löhnen und Gehältern fiel in diesem Zeitraum mit im Schnitt 2,5 Prozent mager aus – die Produktivität (die von den MitarbeiterInnen erzielte Wertschöpfung) wuchs immerhin um 3,5 Prozent.

Kritik übt die AK auch an der Steuerpolitik

Zwar liegt in Österreich der gesetzliche Körperschaftsteuersatz bei 25 Prozent, die effektive Steuerleistung machte allerdings nur 19,9 Prozent aus. In Relation zur Betriebsleistung gesetzt wird die tatsächliche „Belastung“ sichtbar: Sie macht im Schnitt 1,26 Prozent aus – sprich von 100 Euro Umsatz werden gerade einmal 1,26 Euro abgeführt. 

Forderung

AK Präsident Rudi Kaske mahnt daher einmal mehr von den Unternehmen ein klares Bekenntnis ein, einen gerechten Beitrag zum Steuersystem zu leisten. Zudem müssen vom Aufschwung der Betriebe auch die ArbeitnehmerInnen profitieren. „Die Beschäftigten tragen einen großen Teil zum Unternehmenserfolg bei. Sie müssen dafür auch ihren gerechten Anteil erhalten – in Form von fairen Abschlüssen bei den KV-Verhandlungen“, sagt Kaske. Zudem betont der AK Präsident die Wichtigkeit von guten und altersgerechten Arbeitsplätzen und appelliert an die Unternehmen, Investitionen in die Zukunft und damit in Jobs zu tätigen.  

Rekord-Geldregen für Aktionäre

Die im Wiener Leitindex ATX gelisteten Unternehmen schütten 2018 die Rekordsumme von 2,8 Milliarden Euro an ihre AnteilseignerInnen aus.

Managergehälter

1,5 Millionen € - so viel verdiente im Schnitt ein Vorstand eines ATX-Unternehmens im Vorjahr. Das entspricht dem 51-fachen Medianeinkommen.

Sprit: Große Preisunterschiede

Hohe Aufschläge auf Autobahntankstellen, große Preisunterschiede innerhalb der Bundesländer, Tirol ist am teuersten. Vergleichen Sie die Preise!

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK