20.4.2017

Sharing Economy: Die Ökonomie des Teilens

Ein neues Buch beschäftigt sich mit der Vielfältigkeit von Onlineplattformen, erklärt wie sie funktionieren und geht auf neue Trends aus Sicht der ArbeitnehmerInnen ein.

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Teilen: „Sharing Economy“ als Trend

Güter und persönliche Dienstleistungen können über digitale Marktplätze einfach, schnell und unkompliziert angeboten werden. Das soll den Konsum kostengünstiger, ressourcenschonender und nachhaltiger machen. Mithilfe innovativer Miet-, Tausch-, Finanzierungs- und Vermittlungsplattformen für Güter und Dienstleistungen entstanden neben solchen gemeinschaftlich orientierten Modellen auch erheblich viele profitorientierte „Sharing Economy“-Plattformen, bei denen oftmals gar nichts geteilt wird.

Das Prinzip der Sharing-Economy ist an sich nichts Neues, weil Unternehmen und Privatpersonen oder Privatpersonen untereinander vermutlich schon immer Güter und Dienstleistungen geteilt, getauscht und verkauft haben. Die Innovation betrifft allerdings die Zuhilfenahme der digitalen Technik und Infrastruktur. Insbesondere Computer, Smartphones und das Internet, das die Organisation von Sharing-Economy-Praktiken im erheblichen Maße ermöglicht hat.

Wirtschaften: Der „Economy“-Effekt in der „Sharing“-Gesellschaft

Der ökonomische Effekt, dass durch die Digitalisierung die Transaktionskosten erheblich gesenkt wurden, macht auch das kleinteilige und kurzfristige Teilen, Leihen und Verkaufen von Gütern und Dienstleistungen lohnenswert. Und das Internet ermöglicht die Koordination von beliebig vielen AnbieterInnen oder NachfragerInnen. Je mehr Menschen ( aktiv ) beteiligt sind, desto attraktiver werden die Angebote, dann spricht man von „positiven Netzwerkeffekten“. Ob dann tatsächlich geteilt wird, wird zur Nebensache. Aber unabhängig davon: Diese Unternehmen bieten Netzwerke an. Sie bringen Menschen, die etwas vorübergehend abzugeben, zu vermieten oder zu verkaufen haben, mit Nachfragenden zusammen. Ob man sie nun in der „Sharing-Economy“, der „Pseudo-Sharing-Economy“ in der „Peerto-Peer-Economy“, in der „On-Demand-Economy“ oder in der „Plattformökonomie“ verortet: Sie sind da. Die´Mietwagen-App „Uber“, Plattformen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder die Privatzimmervermittlung „Air-BnB“ sind Realität. Sie bringen neue Entwicklungen hervor, beschäftigen Strategieausschüsse im Aufsichtsrat und setzen Unternehmen und ganze Branchen unter Druck.

Unternehmensstrategie: Neue Geschäftsmodelle gesucht

Die unterschiedlichen Bereiche der „Sharing Economy“ breiten sich über die gesamte Wertschöpfungsketten quer durch viele traditionelle Branchen aus. Durch die Verschwommenheit des Begriffs „Sharing Economy“ wird auch die Abgrenzung von privater und gewerblicher Tätigkeit in der Sharing Economy seitens der Politik beantwortet werden müssen. Während bei der Bereitstellung von Gütern oder Dienstleistungen zwischen Privatpersonen viele rechtliche Regelungen nicht greifen (z. B. Verbraucherschutz, Steuerrecht, Arbeits- und Sozialrecht), muss künftig über eine Regelung von bestimmten Bereichen (z. B. Umsatzgrenze) nachgedacht werden.

Aber auch der Megatrend der Individualisierung lädt weiterhin dazu ein, dass viele Start-ups gegründet werden, die ihr Image ( Digital Branding ) vor allem in der Digitalisierung etablieren möchten. Viele Unternehmen richten ihre Strategie in Richtung „New Economy“ aus, engagieren sich bei Start-ups, gründen eigene Plattformen und beschäftigen sich mit dem zunehmenden Trend des Teilens.

Mitbestimmen: Faire und sozial verträgliche Marktbedingungen schaffen

Einige Fragen, die wir uns als Gesellschaft im Zuge der zunehmenden Digitalisierung stellen müssen, drehen sich um faire Marktbedingungen: Bis dato profitieren diejenigen am meisten, die es sich leisten können, an der technologischen Innovation teilzuhaben. Die damit einhergehende Ungleichheit der sozialen Bedingungen stellt eine große Herausforderung dar und benötigt faire und soziale Innovationen.

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