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11.5.2020

Coronavirus: Sozialpartnerschaft verhindert Kündigungen

Die Sozialpartnerschaft wirkt! So könnte ein kurzes Fazit der von der AK im April durchgeführten Umfrage unter BetriebsrätInnen zu den Auswirkungen des Coronavirus lauten.

Zwar sind die wirtschaftlichen Folgen Umsatz und Gewinn betreffend gravierend, dank der guten Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Management konnten aber Kündigungen weitgehend vermieden werden – was vor allem auf das von den Sozialpartnern ausverhandelte Modell der Kurzarbeit zurückzuführen ist. 

Grafik © Tea Mina Jaramaz
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Erfreulich ist laut der Umfrage, dass die Unternehmen in den konjunkturell starken Jahren Liquiditätsreserven aufgebaut haben. Umso wichtiger ist es jetzt, diese Liquidität in den Unternehmen zu halten und die Vorjahresgewinne nicht auszuschütten. Und ebenso wichtig ist es, beim Wiederhochfahren der Wirtschaft das in der Krise bestens funktionierende Modell der Sozialpartnerschaft weiter zu leben und zu einer „Zukunftssozialpartnerschaft“ weiterzuentwickeln.

Umfrage

In der Zeit von 8. bis 17. April 2020 hat die AK 2.260 ArbeitnehmervertreterInnen aus 993 österreichischen Unternehmen zu einer Online-Umfrage eingeladen. Knapp 500 Personen haben an der Umfrage teilgenommen. Diese sind insbesondere in den größeren Kapitalgesellschaften beschäftigt. Die gesamten Ergebnisse der Befragung „Auswirkungen des Coronavirus“ finden Sie hier

Drei Viertel aller Befragten rechnen mit Umsatzrückgängen

Wirtschaftlich sind die Auswirkungen der Krise enorm: So rechnen drei Viertel aller Befragten mit Umsatzrückgängen, jeder 6. erwartet sogar mehr als 50 Prozent. Auch bei der Gewinnentwicklung zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: 90 Prozent der Befragten erwarten Gewinneinbußen, davon 20 Prozent sogar ein Abrutschen in die Verlustzone.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
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Insgesamt rechnen fast zwei Drittel der Befragten damit, dass die Krise länger als drei Monate dauern wird, jeder vierte schätzt sogar länger als sechs Monate.

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Mehr als 70 % schätzen die Liquidität als sehr gut oder gut ein

Erfreulicher wird das Bild, wird ein Blick auf die Liquidität geworfen: Mehr als 70 Prozent der BetriebsrätInnen schätzen die vorhandene Liquidität nach wie vor als sehr gut oder gut ein. Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Vorjahresgewinne in den Unternehmen behalten werden. Zwar soll nach Einschätzung der Befragten bei jedem zweiten Unternehmen die Dividende gekürzt werden bzw. könnte sie sogar gänzlich ausfallen, jedes vierte Unternehmen will aber konstant auszahlen.

Staatliche Hilfen werden stark angenommen

Sehr stark angenommen werden die angebotenen staatlichen Hilfen: Jeder zweite Betrieb wird eine solche Hilfe – egal ob in Form von Garantien oder Direktzuschüssen zur Kurzarbeit – in Anspruch nehmen. Damit ist auch klar, dass es massive Auswirkungen auf die Beschäftigten gibt. Allerdings zeigt sich hier in aller Deutlichkeit, wie wichtig BetriebsrätInnen sind und wie gut die Sozialpartnerschaft in den Unternehmen funktioniert. Vor allem durch das Anwenden der Kurzarbeit konnten in 80 Prozent der Unternehmen Kündigungen vermieden werden. Als weitere Maßnahmen wurden neben der Kurzarbeit noch stark auf den Abbau von Überstunden gesetzt.

Modell der Sozialpartnerschaft weiter leben!

In Summe hat die betriebliche Sozialpartnerschaft während der Krise hervorragend funktioniert. Neben dem Verhindern von Kündigungen wurden auch Homeoffice-Lösungen und Gesundheitsschutzmaßnahmen sehr rasch umgesetzt. In den meisten Unternehmen besteht laut Angaben der Befragten eine tragfähige Beziehung zwischen der Belegschaftsvertretung und dem Management.

Umso wichtiger wird es jetzt sein, beim Wiederhochfahren der Wirtschaft gemeinsame Lösungen zu finden. Das Modell der „Krisensozialpartnerschaft“ muss zum Modell der „Zukunftssozialpartnerschaft“ weiterentwickelt werden. Vorrangige Themen: Existenzsicherung der Unternehmen und Arbeitsplätze, neue Formen der Arbeitsorganisation, Sicherung der hohen Gesundheitsstandards, Chancen der Digitalisierung sowie nachhaltiges Wirtschaften und Klimaschutz.  


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