Lehrgang Sozialakademie (SOZAK)

Wer sich zum Ziel gesetzt hat, erfolgreich ArbeitnehmerInneninteressen zu vertreten, braucht eine sehr gute Ausbildung. Fachwissen, Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen werden von Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern in hohem Ausmaß verlangt, wenn es darum geht, mit der Arbeitgeberseite auf Augenhöhe zu verhandeln.

Was ist die SOZAK?

Der Lehrgang Sozialakademie vermittelt Kenntnisse und Fähigkeiten, die für eine kompetente und effiziente Vertretung auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene erforderlich sind. 

Im Rahmen des Bildungsangebots von Gewerkschaften, ÖGB und Arbeiterkammern ist die Sozialakademie mit einer Dauer von zehn Monaten die umfassendste Ausbildung. 

Der Lehrgang bereitet – aufbauend auf Erfahrungen in der Interessenvertretung und gewerkschaftlicher Vorbildung – auf Tätigkeiten in den Betrieben und Dienststellen, in den Gewerkschaften und im ÖGB sowie in den Arbeiterkammern vor. Ziel ist es, für die tägliche Arbeit im Betrieb oder in den Gewerkschaften durchsetzungsstark zu sein und auf die entsprechende Rolle vorbereitet zu werden.

Wer kann die SOZAK besuchen?

Das sind die Voraussetzungen für die Bewerbung:

  • Nominierung durch die Gewerkschaft bzw. den ÖGB
  • Erfahrungen in der betrieblichen und/oder überbetrieblichen Interessenvertretung
  • Gewerkschaftliche Vorbildung: die Bewerberinnen und Bewerber müssen zumindest die Grundkurse ihrer Gewerkschaft oder die Gewerkschaftsschule absolviert haben
  • Der zukünftige Einsatz in der betrieblichen oder überbetrieblichen Interessenvertretung der Bewerberin bzw. des Bewerbers muss gesichert sein.

Welche Bildungsziele hat die SOZAK?

  • Entwicklung der Fähigkeit, komplexe politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse und ihre Ursachen zu analysieren, insbesondere jene Entwicklungen der Arbeitswelt, die zentrale Bedeutung für die Interessenvertretungstätigkeit haben
  • Instrumente der Interessendurchsetzung effizient einsetzen
  • politische Interessen, Werthaltungen und Ideologien kritisch reflektieren
  • in kritischer Identifikation mit den Organisationen für ArbeitnehmerInnen die eigene Rolle als ArbeitnehmervertreterIn gestalten
  • als InteressenvertreterIn strategisch denken und handeln
  • auf internationaler Ebene kompetent gewerkschaftlich agieren
  • Interessen organisieren und mobilisieren, d. h. mit immer differenzierteren Interessenlagen von ArbeitnehmerInnen umgehen können
Grafik © Sozak
© Sozak

Womit beschäftigen wir uns?

Die Sozialakademie bietet eine fundierte, breit gefächerte Ausbildung für ArbeitnehmervertreterInnen. Neben theoretisch-fachlichen Inputs werden Handlungskompetenzen, die zum selbstverantwortlichen Lösen von Problemen beitragen, vermittelt. 

Die Rahmenbedingungen für interessenpolitisches Handeln wandeln sich laufend. Neue Formen der Arbeitsorganisation, veränderte Betriebsstrukturen, neue Managementstrategien sowie gesellschaftliche Veränderungen erfordern von einem Ausbildungsprogramm wie der Sozialakademie entsprechende zeitgemäße Ausbildungsinhalte. 

Die Sozialakademie trägt mit ihren Inhalten vor dem Hintergrund sich rasch verändernder Bedingungen zu politischer Handlungsfähigkeit von Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern bei und reagiert somit auf die Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt.  

Neben rechtlicher, wirtschaftlicher, sozial- und gesellschaftspolitischer Kompetenz sind zur Durchsetzung von ArbeitnehmerInneninteressen soziale und methodische Kompetenzen (Verhandlung, Strategie, Rhetorik, Präsentation, Projektmanagement, Führen und Leiten), Kompetenzen im projektbasierten Arbeiten (Zieldefinition, Selbstorganisation, Zeitmanagement, Teamarbeit) sowie zunehmend auch eine internationale Perspektive wichtig.