31.10.2019

31. Oktober: Heute ist No Pay Day

2018 haben alle ArbeitnehmerInnen in Österreich insgesamt 255 Millionen Mehr- und Überstunden geleistet. Davon wurden allerdings laut Statistik Austria 43 Millionen nicht abgegolten – und zwar weder in Geld noch gab es dafür Zeitausgleich. Das ist so viel, als würden alle ArbeitnehmerInnen gute zwei Monate im Jahr kein Geld und keinen Zeitausgleich für Überstunden bekommen. Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, haben die Arbeiterkammer und der ÖGB für den 31.10. den „No Pay Day“ ausgerufen, denn: „Überstunden gehören bezahlt, soviel Respekt muss sein!“, fordern AK Präsidentin Renate Anderl und ÖGB Präsident Wolfgang Katzian.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Während eines aufrechten Arbeitsverhältnisses fordern viele ArbeitnehmerInnen vergeblich die Bezahlung offener Überstunden ein. Andere trauen sich das aus Angst um ihren Arbeitsplatz erst gar nicht. Erst wenn das Arbeitsverhältnis zu Ende ist, wollen viele Arbeitnehmer offene Mehr- und Überstunden einklagen.

Verfallsfrist von oftmals nur drei Monaten

Doch in der AK Arbeitsrechtsberatung kommt dann für viele die böse Überraschung: Im Arbeitsvertrag steht eine Verfallsfrist für alle Ansprüche von oftmals nur drei Monaten. Überstunden, die oft über Jahre angehäuft wurden, wurden damit völlig gratis geleistet.

Forderung

„Leider ist eine solche Verfallsklausel nach der derzeitigen Rechtslage zulässig“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Die AK fordert daher ein gesetzliches Verbot solcher Verfallsfristen für Überstundenzuschläge.“

Derzeit: Keinerlei Strafe für Firmen, die Überstunden nicht bezahlen

Derzeit gibt es keinerlei Strafe für Firmen, die Überstunden einfach nicht bezahlen. Alles, was ihnen passieren kann: Wenn die Überstunden eingeklagt werden, dann müssen sie sie bezahlen – was sie ja ohnehin schon hätten tun müssen.

Forderung

„Es darf sich nicht mehr auszahlen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um ihren gerechten Lohn zu prellen! Das Risiko muss durch saftige Zuschläge so hoch ausfallen, dass auch die unredlichen unter den Unternehmern die Überstunden gleich von Anfang an richtig auszahlen“, sagt ÖGB Präsident Wolfgang Katzian. 

Das heißt zum Beispiel ein Überstunden-Doppel: Wenn den ArbeitnehmerInnen die Überstundenbezahlung vorenthalten wird, dann ist etwa das doppelte Entgelt fällig.

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