Zeit für höhere Löhne

Laut einer Aufstellung der EU Kommission sieht es mit der Einkommensentwicklung in Österreich schlechter aus als im EU-Durchschnitt. Die durchschnittliche jährliche Veränderung der realen Bruttoverdienste (also unter Berücksichtigung der Inflationsrate) liegt in Österreich unter dem EU-Durchschnitt und unter dem Schnitt der Euro-Länder.

Einkommensentwicklung seit 2010 © Tea Mina Jaramaz
Einkommensentwicklung 2010-2018 © Tea Mina Jaramaz

Während im EU-Durchschnitt die Bruttoverdienste um 0,6 Prozent pro Jahr angsteigen sind, haben sie sich in Österreich zwischen 2010 und 2018 de facto gar nicht erhöht. In Deutschland hingegen ist ein Anstieg von 1,4 Prozent pro Jahr zu verzeichnen, Schweden kommt sogar auf 1,5 Prozent. (Die Werte für 2017 und 2018 sind vorläufig oder basieren auf Prognosen.) Besonders hohe Zuwächse gibt es übrigens in Länder, deren Volkswirtschaften aufholen und die von extrem geringen Einkommen ausgingen wie Bulgarien, Lettland, Litauen und Rumänien. Reale Bruttolohnverluste wurden in Krisenländern wie etwa Griechenland verzeichnet.

Warum stagnieren trotz jährlicher Lohnerhöhungen in vielen Branchen – im Schnitt – die Verdienste in Österreich? Ein Grund ist, weil in diesem Vergleich die Inflationsraten berücksichtigt werden: Gibt es eine höhere Inflationsrate „schmilzt“ das Plus, das nach der Lohnerhöhung zu sehen ist. Ein weiterer Grund ist, dass auch Beschäftigte mit prekären Arbeitsverhältnissen und Phasen der Arbeitslosigkeit, die sich in den vergangenen Jahren gehäuft haben, sowie die Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitszeiten in diesem Vergleich eingerechnet werden.

Insgesamt zeigt die Statistik, dass die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt schwierig war und ArbeitnehmerInnen in den vergangenen Jahren keine großen Sprünge bei den Gehältern gemacht haben. Also ein Argument dafür, dass es nun Zeit für höhere Löhne möglichst in allen Branchen und auch bei den prekären Arbeitsverhältnissen wäre.

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