Wie lange Arbeitszeiten der Gesundheit schaden

Die Diskussionen um Arbeitszeitverlängerungen orientieren sich zumeist an wirtschaftlichen Kriterien. Allzu oft blenden Wirtschaft und Industrie die gesundheitlichen Auswirkungen für die Beschäftigten aus. Dabei ist sich die Wissenschaft einig: Mit zunehmender Dauer der Arbeitszeit ist mit einem Anstieg von gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. 

So steigt etwa das Risiko für Schlaganfälle mit der Zahl der Überstunden, die zusätzlich zur Normalarbeitszeit geleistet werden.

Das Schlaganfallrisiko ist um ein Drittel höher bei Personen, die über 55 Stunden pro Woche arbeiten. © Tea Mina Jaramaz, AK

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Während moderne Länder wie Schweden in Zeiten der Digitalisierung auf kürzere Arbeitszeiten setzen, greift die österreichische Bundesregierung auf Arbeitszeitmodelle aus dem vorigen Jahrhundert zurück.

In Schweden laufen Modellprojekte zum 6-Stunden-Tag, in Österreich wird der 12-Stunden-Tag wiedereingeführt.

In Schweden leisten Vollzeitarbeitskräfte im Jahr durchschnittlich 1.664 Arbeitsstunden, in Österreich sind es im Jahr 1.738. Also um 74 Stunden mehr. (Eurofound 2016)

AK Präsidentin Renate Anderl:

„Klar ist: Schon jetzt arbeiten die ArbeitnehmerInnen in Österreich lange, die neue Arbeitszeitregelungen kosten sie Geld, bedeuten weniger Freizeit für sie, machen ihr Familienleben schwerer und beeinträchtigen ihre Gesundheit.“