21.3.2018

Weiterbildung bringt's

Die betriebliche Weiterbildung zahlt sich sowohl für ArbeitnehmerInnen als auch für Unternehmen aus. Das zeigen Studien im Auftrag der AK.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
Grafik © Tea Mina Jaramaz

Forderung

Die AK fordert ein Recht auf eine Woche bezahlte Weiterbildung pro Jahr für alle ArbeitnehmerInnen, damit alle ArbeitnehmerInnen beruflich am Ball bleiben können.

Tipp/Hinweis/Achtung

Die Löhne von ArbeitnehmerInnen stiegen durch betriebliche Weiterbildung: Beschäftigte in österreichischen Unternehmen, in denen betriebliche Weiterbildung angeboten wurde, verdienten demnach mehr als Beschäftigte in Betrieben ohne Weiterbildung. Vermehrte betriebliche Weiterbildung führt zu besserer Qualifizierung, die sich zum einen in höheren Löhnen, zum anderen in einem geringeren Arbeitslosigkeitsrisiko niederschlägt. Gerade letzteres ist im Zeitalter von Digitalisierung und den sich rasch verändernden Arbeitsmarktbedingungen wichtig.

Mehr Gewinn 

Aber auch für Betriebe selbst ist eine Investition in die Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen attraktiv: Unternehmen, die in betriebliche Weiterbildung investieren, sind um rund 16 Prozent produktiver als jene Firmen, die nicht weiterbilden. Das heißt beispielsweise, dass jeder Euro, der mehr in Weiterbildung investiert wird, einem durchschnittlichen Unternehmen mit 50 VollzeitmitarbeiterInnen rund 4,50 Euro mehr Gewinn bringt. Wird davon ausgegangen, dass sich das Wissen aus den Weiterbildungen positiv auf andere KollegInnen auswirkt bzw. auch für andere MitarbeiterInnen in dem Betrieb zur Verfügung gestellt wird, dann kann die Rendite des Unternehmens nochmals weiter ansteigen.

Tipp/Hinweis/Achtung

Trotz dieser „Win-win“-Situation für ArbeitnehmerInnen und Unternehmen wurde von allen Beschäftigten nur rund ein Drittel vom Betrieb weitergebildet. Die verbleibenden zwei Drittel müssten sich ihre berufliche Weiterbildung selbst organisieren und finanzieren. Besonders markant: Gerade formal Geringqualifizierte, deren Arbeit auch besonders stark von der Digitalisierung betroffen ist, haben durchschnittlich deutlich seltener die Möglichkeit auf Weiterbildungsmaßnahmen im Betrieb. Sie müssen deshalb häufig die hohen Weiterbildungskosten selbst tragen.

Es wird langfristig unterstützende Rahmenbedingungen brauchen, damit die Qualifikationen und Kompetenzen von ArbeitnehmerInnen gefördert und gesichert werden, um für die demographischen und strukturellen Herausforderungen des Arbeitsmarkts gerüstet zu sein.