12.3.2020

Vermögensverteilung – die große Ungerechtigkeit

Vermögen ist in Österreich sehr ungleich verteilt. Diese ungleiche Verteilung wird von vielen Menschen als (sehr) ungerecht empfunden. Das zeigt eine neue repräsentative IFES-Studie mit 2.000 Befragten. Demnach sagen nur vier Prozent, die Verteilung von Vermögen in Österreich sei sehr gerecht. Hingegen finden es 46 Prozent (sehr) ungerecht, wer wie viel Vermögen hat.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Die Schieflage bei den Vermögen in Österreich ist groß: Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung haben mehr Vermögen als die restlichen 90 Prozent zusammen. 

Die Forschung des bekannten Verteilungsökonomen Thomas Piketty hat gezeigt, dass die Konzentration privater Vermögen in den Händen der reichsten 10 Prozent auch in Europa seit den 1980er-Jahren zunimmt. Die Vermögenden profitierten in allen Euroländern von der Deregulierung der Finanzmärkte, Privatisierungswellen, der Orientierung am Shareholder-Value sowie dem internationalen Steuerwettbewerb und von Steueroasen. Zusammen mit Deutschland gehört Österreich zu jenen Ländern im Euroraum mit der höchsten Vermögensungleichheit.

Allerdings „verdoppelt“ das öffentliche Vermögen das Privatvermögen der unteren 90 Prozent. Denn das Vermögen der breiten Bevölkerung ist der Sozialstaat mit öffentlichen Schulen, Krankenhäusern, Wohnbauten, Verkehrsmitteln. Um den Sozialstaat nicht einzuschränken, braucht es eine breite Finanzierung. Daher tritt die AK für einen fairen Beitrag von großen Vermögen zur Finanzierung des Gemeinwesens ein. Denn kaum ein Industrieland hat so wenig Vermögenssteuern wie Österreich. Österreich liegt hier im OECD-Vergleich an drittletzter Stelle. Hätte Österreich Vermögenssteuern wie der OECD-Schnitt, würde das 6 Milliarden Euro pro Jahr ins Budget spülen. Das ist so viel wie die öffentliche Hand für alle Kindergärten und Volksschulen ausgibt.

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