3.10.2019

Sozialversicherungsreform: Niedrige Einsparungen, hohe Kosten

Die alte Bundesregierung hat eine Fusion der Krankenkassen vor. Bei der Fusion wurde allerdings mit komplett falschen Zahlen argumentiert. Das zeigt nun ein neues Gutachten.

Ein Gutachten von Professor Otto Krickl vom Institut für Organisation und Institutionenökonomik der Uni Graz im Auftrag der AK widerlegt bisherige Annahmen des Sozialministeriums, welche Einsparungen die Fusion zur Österreichischen Gebietskrankenkasse bringen könnte.

Die bisherigen Berechnungen, so Professor Otto Krickl, hätten „methodische und inhaltliche Schwächen“. Einmaleffekte und mögliche weitere Fusionsgewinne wurden zu positiv dargestellt, mögliche Fusionskosten wurden hingegen in einem zu geringen Ausmaß berücksichtigt. Die Einsparungen fallen geringer aus als bisher bekannt und wiegen nie die Kosten, die durch die neue Struktur entstehen, auf.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Im vom Ministerium herangezogenen Gutachten von Hoffmann/Knoll zeigt sich eine „Unausgewogenheit in der Argumentation, indem Potenziale weitgehend überbewertet, mögliche Zusatzkosten bzw. negative Effekte hingegen kleingeredet werden“, lautet das vernichtende Ergebnis von Universitätsprofessor Krickl.

Dazu kommt, dass die geplante Fusion zu einer Verschärfung von Leistungsunterschieden zwischen Selbständigen, Beamten und ArbeitnehmerInnen führen wird.

„Die vielen Fehler, die unser Gutachten aufdeckt, zeigen, wie überhastet und unvorbereitet die Fusion der Krankenkassen durchgeführt wurde“, sagt Wolfgang Panhölzl, Leiter der Abteilung Sozialversicherung der AK Wien. „Außerdem zeigt es: Das Gutachten des Sozialministeriums hat die Kosten der Fusion kleingeredet.“ „Die Sozialversicherungsreform hatte zwei Ziele: Die Verwaltungskosten zu senken und die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Beide Ziele werden nicht erreicht“, sagt Wolfgang Panhölzl.

Tipp

Das neue Gutachten finden Sie hier.


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