Neue Offensive zur Ausbildung von Fachkräften

Von den aktuell beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkten rund 345.000 Arbeitslosen haben mehr als 40 Prozent nur Pflichtschulabschluss. „Das zeigt den enormen Qualifizierungsbedarf. Diese Menschen haben jedenfalls eine zweite Chance verdient“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Denn der Bedarf nach gut ausgebildeten ArbeitnehmerInnen sollte vorrangig durch Menschen abgedeckt werden, die bereits in Österreich leben und Arbeit brauchen.

Anderl fordert eine Offensive zur Ausbildung von Fachkräften in Österreich, die aus drei Schwerpunkten besteht:

  •  Eine Ausbildungsgarantie für unter 25-Jährige, um einen Lehrabschluss zu ermöglichen.

  • Die Weiterführung und stabile Finanzierung des Fachkräftestipendiums als zweite Ausbildungschance für Beschäftigte und Arbeitssuchende im Haupterwerbsalter. Mittelfristig soll ein Qualifizierungsgeld mit Rechtsanspruch eingeführt werden.

  • Die im Integrationsjahrgesetz vorgesehenen Maßnahmen wie Sprachkurse oder berufliche Ausbildungen für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte sollen - ausreichend budgetiert – fortgesetzt werden. 

Dafür müssen dem AMS-Budget ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden. Mit einem sinkenden Förderbudget pro Arbeitssuchenden – wie vorgesehen - wird das kaum möglich sein, sagt Anderl. Das für 2018 vorgesehene Förderbudget pro Arbeitssuchenden in Höhe von 3.680 Euro wird nächstes Jahr auf rund 3.350 Euro reduziert.

Bild teilenAMS-Budget pro Arbeitssuchenden © AK

Plänen der Regierung, das Arbeitskräfteangebot durch Drittstaatsangehörige oder durch eine Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge noch weiter anzuheben, erteilt die AK Präsidentin mit Verweis auf Deutschland eine Absage. „Dort hat man damit schlechte Erfahrungen gemacht, daraus sollten wir lernen“, fordert Anderl.