29.11.2018

Nettomieten steigen überproportional zur Inflation

Im Oktober 2015 stiegen die Nettomieten (= Mieten ohne Betriebskosten) um 3,7 Prozent. Dem gegenüber betrug die allgemeine Preissteigerung – gemessen anhand des Verbraucherpreisindex – 0,7 Prozent. Auch im Oktober 2018 sieht es nicht besser aus: Die Nettomieten gingen um 3,4 Prozent in die Höhe, die Inflation betrug 2,2 Prozent.

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Preistreiber Wohnen 

Diese Entwicklung kann man schon seit Jahren beobachten, und eine Abkehr von diesem Trend ist nicht erkennbar. Im Gegenteil: die angespannte Wohnungssituation wird wohl weiterhin Wohnen als starken Preistreiber identifizieren. Diese unliebsame Tatsache wirkt sich besonders auf Haushalte aus, die sich im unteren Einkommensbereich befinden. Die Netto­miet­ausgaben­belastung ist bei diesen Haushalten achtmal höher als bei Haushalten im oberen Einkommens­segment.

Mieter und Wohnungs­suchende ent­lasten!

Für leistbares Wohnen braucht es Maßnahmen auf mehreren Ebenen:

  • Die AK unterstützt den Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf Mieten abzuschaffen. Derzeit wird EU-weit die Mehrwertsteuer-Richtlinie ohnehin verhandelt. Daher sind null Prozent Mehrwertsteuer für Mieten bei vollem Vorsteuerabzug möglich. Vorbild sind diverse Ausnahmebestimmungen für andere Länder, zum Beispiel die echte Befreiung für Lebensmittel in Malta oder die echte Befreiung für Babybekleidung in Großbritannien.
     
  • Eine dringende Maßnahme, um dem Trend des Mietzinsanstiegs entgegenzuwirken, ist die Ausweitung der öffentlichen Wohnbautätigkeit

    Und leistbares Wohnen hängt auch von einer fairen Mietrechtsgestaltung ab.
     
  • Es braucht dazu ein einfaches, einheitliches Mietrecht mit wirksamen gesetzlichen Mietpreisbegrenzungen für einen Großteil der Wohnungen.
     
  • Befristungen müssen gestrichen werden – bis auf Ausnahmefälle wie etwa Eigenbedarf der VermieterInnen.
     
  • Die Maklerprovision für MieterInnen muss weg. Ebenso braucht es klare Erhaltungsregeln für VermieterInnen für die gesamte Wohnungsausstattung.
     
  • Grundsteuer und Versicherung müssen aus den Betriebskosten gestrichen werden, das ist Sache der VermieterInnen.

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