6.2.2020

Mehr Unterstützung für Arbeitssuchende

Laut WIFO führt noch mehr Druck auf Arbeitslose nicht zu besseren Vermittlungsergebnissen. Im Gegenteil: So werden Arbeitslose nur endgültig vom Arbeitsmarkt verdrängt. Es braucht dagegen mehr und bessere Unterstützung bei der Arbeitssuche, damit Arbeitssuchende möglichst rasch wieder einen für sie passenden Arbeitsplatz finden.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Nein zu verschärften Zumutbarkeitsregeln

„Daher ein klares Nein zu verschärften Zumutbarkeitsregeln und noch härteren Sanktionen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Hände weg von einer Verschärfung bei den Zumutbarkeitsregeln, stattdessen mehr Qualität in der Arbeitsvermittlung - gerade auch was die Saisonbranchen betrifft. Das Motto des Arbeitsmarktservice (AMS) hat gute Vermittlung auf gute Jobs zu lauten und nicht Zwangs-Vermittlung unter Androhung von Sanktionen – die es ohnehin in definierten Fällen gibt – dafür hat die Regierung zu sorgen. Arbeitsplätze und Arbeitsuchende müssen möglichst gut zusammenpassen. Nur so gibt es für die Menschen Arbeit mit Perspektive und für die Unternehmen engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ 

Arbeitsuchende sind mobil, aber Angebot muss passen

Wir brauchen gute Stellenangebote und dafür haben die Unternehmen zu sorgen. Dann funktioniert auch die Vermittlung auf Stellen im Westen Österreichs. Dafür gibt es bereits gute Beispiele. Denn Qualitätstourismus funktioniert nur mit engagierten und nicht mit zwangsverpflichteten Beschäftigten. Arbeitssuchende – das hat eine AK Umfrage vergangenes Jahr gezeigt – sind bereit, sich auch in andere Bundesländer vermitteln zu lassen, freiwillig und wenn die Rahmenbedingungen passen: anständige Bezahlung, passender Wohnraum und ein gutes Lebensumfeld für die Familie, also etwa entsprechendes Kinderbetreuungs- und Schulangebot oder auch Jobmöglichkeiten für die/den PartnerIn und anderes mehr.  

Anderl: „Auch, wenn das alles passt, ist das nicht der Stein der Weisen, wie uns das manche in der Regierung vorgaukeln wollen. Denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Aktuell gibt es rund 71.000 freie Stellen für mehr als 420.000 Arbeitssuchende. Diese Zahlen zeigen, dass es in der Arbeitsmarktpolitik mehr braucht als die derzeit diskutierten Verschärfungen.“

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