24.1.2019

Mehr Geld für Kinder­bildung- und betreuung

Die bisherigen Bundesmittel zum Ausbau der Kinderbetreuung waren wichtig, sind aber nicht ausreichend. Österreich liegt im internationalen Vergleich weit zurück. Derzeit werden hierzulande nur 0,67 Prozent des Brutto­inlands­produkts für den Zukunftsbereich der Kinderbildung eingesetzt. Das ist deutlich unter dem EU-Schnitt, der bei einem Prozent liegt. 

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Auch in einer Umfrage unter 3.500 Eltern fanden 74 Prozent, die Forderung nach mehr Mittel von der öffentlichen Hand sei wichtig oder sehr wichtig.

AK fordert: Über 1,2 Milliarden jährlich mehr!

AK Präsidentin Renate Anderl sagt: „Das ist ein klarer Auftrag an die Politik! Wir müssen hier aufschließen, wenn wir nicht wollen, dass unsere Kinder dauerhaft abgehängt werden. Deswegen fordern wir eine Anhebung der Mittel auf den europäischen Schnitt. Das bedeutet über 1,2 Milliarden jährlich mehr, die hier für eine Verbesserung der Kinderbildung zur Verfügung stehen.“ 

Zwei Drittel der Kosten würden in Form von Steuern und Abgaben sowie durch Einsparungen in der Arbeitslosenversicherung wieder an die öffentliche Hand zurückfließen. Es besteht damit ein Netto-Finanzierungsbedarf von 400 Millionen Euro. 

Anderl: „Das ist nur eine Frage des politischen Willens: Alleine die geplante Senkung der Körperschaftssteuer, von der ausschließlich Konzerne profitieren, reißt ein Loch von bis zu 2 Milliarden jährlich ins Budget. Geld, das woanders sehr viel besser angelegt wäre.“ 

Auch die Wirtschaft profitiert

Gerade die weiblichen Arbeitskräfte sind besser gebildet als jemals zuvor und daher unverzichtbar für die Unternehmen. Mit gut ausgebauter Kinder­be­treuung kehren sie schneller an den Arbeitsplatz zurück und sind dann zeitlich flexibler. Mit dem 12-Stundentag wurde außerdem eine Arbeits­zeit­regelung rein in betrieblichem Interesse geschaffen. Es ist daher nur gerecht­fertigt, dass Unternehmen sich an der Finanzierung öffentlicher Leistungen beteiligen, von denen sie auch profitieren. 

Um sicherzustellen, dass diese Mittel auch für den zugedachten Zweck eingesetzt werden, braucht es ein transparentes und nachhaltiges Modell der Finanzierung von Kinderbildung. Die AK hat einen konkreten Vorschlag dafür in die Diskussion um den Finanzausgleich eingebracht: den aufgabenorientierten Finanzausgleich. Demnach bekommen jene Gemeinden, die ein gutes Angebot an Kinderbildung haben oder dieses verbessern, mehr Mittel.

Mit diesen Mitteln sollen im Wesentlichen drei Verbesserungen für Eltern, Kinder und das pädagogische Personal erreicht werden:

  • Flächendeckendes Angebot: Vor allem für die Unter-3-Jährigen braucht es noch mehr Plätze.

  • Ganztägige und ganzjährige Öffnungszeiten: Tägliche Öffnungszeiten, die eine Vollzeitarbeit für beide Eltern ermöglichen und maximal Schließtage von zwei Wochen im Jahr. Das Beispiel Wien zeigt, dass das möglich ist.

  • Einheitliche Qualitätsstandards in ganz Österreich: Das fanden 72 Prozent der befragten Eltern wichtig oder sehr wichtig. AK und ÖGB fordern seit langem ein Bundesrahmengesetz für Null- bis Sechsjährige, das Bildungsplan, die Aus- und Fortbildung des Personals (einschließlich der unterstützenden Kräfte), die Kinderanzahl pro Gruppe, den Fachkraft–Kind-Schlüssel, Vor- und Nachbereitungszeiten, räumliche Erfordernisse und Ausstattung sowie Öffnungszeiten regelt. Dieses Bundesrahmengesetz soll auch Tageseltern umfassen.

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