26.7.2018

Lohnentwicklung in EU-MOE-8

Die Arbeitsmarktlage in den mittel- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten der EU (EU-MOE-8) hat sich seit 2010 deutlich verbessert, die Arbeitslosigkeit ist deutlich zurückgegangen. Dies ist zum einen auf die in den vergangenen Jahren günstige Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen, zum anderen auch – und das ist der ausschlaggebendere Faktor – auf die massive Auswanderung Richtung Westen, die die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in den Ländern selbst verringerte.  

Trotz der deutlichen Verbesserung der Arbeitsmarktlage in den EU-MOE-8 war das Lohnwachstum im Durchschnitt eher verhalten und hat sich erst jüngst beschleunigt. Die Lohnquote ist generell stabil geblieben. 

Hauptgründe für die zumeist verhaltene Lohnentwicklung in den EU-MOE-8 sind die voranschreitende Flexibilisierung und Liberalisierung des Arbeitsmarktes, insbesondere der (zum Teil dramatische) Rückgang des Grads der kollektivvertraglichen Abdeckung und die Dezentralisierung von Lohnverhandlungen. 

Die Grafik zeigt, wie gut im Vergleich dazu die Abdeckung punkto Kollektivverträgen in Österreich ist. Hierzulande liegt der Deckungsgrad bei 98 Prozent. Um auch in den EU-MOE-8 auf Dauer zu einer kräftigeren Lohnentwicklung zu kommen, empfiehlt die AK als eine von wichtigen arbeitspolitischen Maßnahmen das Etablieren von überbetrieblichen Lohnkollektivvertragsverhandlungen. 

Lohnentwicklung © Tea Mina Jamaraz, AK
Lohnentwicklung © Tea Mina Jamaraz, AK