8.3.2018

Lange Arbeitstage sind wenig planbar

Die Arbeiterkammer hat eine Online-Umfrage zum 12-Stunden-Arbeitstag durchgeführt, die gewaltiges Echo unter den ArbeitnehmerInnen ausgelöst hat: 17.711 Personen nahmen teil, 51 Prozent davon Frauen, 49 Prozent Männer. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber vielfältige Einblicke in die Sicht der ArbeitnehmerInnen zum 12-Stunden-Tag.

Die Mehrzahl der Befragten kennt 12-Stunden-Arbeitstag aus tatsächlicher Erfahrung: 76 Prozent haben schon einmal 12 Stunden gearbeitet. 

Problematisch ist – vor allem für Personen mit Betreuungspflichten – die geringe Planbarkeit: 33 Prozent der Befragten gaben an, dass sie erst am selben Tag wussten, dass sie 12 Stunden arbeiten werden müssen.

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Dieses Bild teilen über:

Twitter | Facebook

Bild teilenGrafik © Tea Mina Jaramaz

In der Mehrheit der Fälle (53 Prozent) hat der Arbeitgeber den 12-Stunden-Tag angeordnet, 43 Prozent der Befragten gaben, dass sie sich selbst für die 12 Stunden Arbeit an einem Tag entschieden haben. Die „Freiwilligkeit“ bei jenen, die angaben, über den 12-Stunden-Tag selbst entschieden zu haben, ist mitunter relativ und geht oft darauf zurück, die Arbeitsmenge bewältigen zu müssen, wie ein Kommentar einer befragten Person zeigt: „Der Zwang, meine Arbeit zu schaffen, hielt mich sporadisch oft mehr als 12 Stunden "freiwillig" am Arbeitsplatz.“ 

12-Stunden-Arbeitstage sind ein großes Problem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vor allem, wenn sie ungeplant sind.

Forderung

  • Nein zu einem gesetzlichen, generellen und flächendeckenden 12-Stunden-Tag! 
  • Hände weg vom Prinzip der branchenspezifischen kollektivvertraglichen Arbeitszeitgestaltung! Die SozialpartnerInnen sollen weiter passgenaue und anpassungsfähige Arbeitszeitmodelle schaffen können. 
  • Mehr Planungssicherheit für die ArbeitnehmerInnen: Sanktionen bei systematischen Verletzungen der gesetzlichen Vorankündigungsfristen.