19.7.2018

Kinderbetreuung – Es braucht mehr Budget!

Aktuell wird in Österreich gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf heftig diskutiert – zum einen weil die Regierung ab 1. September 2018 den 12-Stunden-Tag einführt, zum anderen weil für die Kinderbetreuung ab dem kommenden Jahr aller Voraussicht nach weniger Mittel zur Verfügung stehen. Die Regierung will den Ländern statt 140 nur noch 110 Millionen Euro zur Verfügung stellen und argumentiert damit, dass die Betreuung der drei- bis sechsjährigen Kinder schon sehr gut ausgebaut sei.

Dazu ein paar Zahlen aus der aktuellen Kindertagesheimstatistik der Statistik Austria: 

  • Nur zehn Prozent der Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich haben länger als zwölf Stunden geöffnet. Rechnet man Wien heraus, bleibt nur noch ein Prozent übrig.
  • Knapp die Hälfte der Kindergärten (wieder ohne Wien) schließt bereits um 15 Uhr. 
  • Laut Berechnungen der AK haben nur 28 Prozent der Kinder unter sechs Jahren einen Betreuungsplatz, der mit gängiger Vollzeit vereinbar ist – d. h. eine Öffnungszeit von Montag bis Freitag von mindestens 45 Stunden, Mittagessen und maximal 25 Schließtage im Jahr.
  • Im Schnitt sind Österreichs Kindergärten an 21 Tagen im Jahr geschlossen. Schlusslicht ist das Burgenland mit 36 Tagen, in Wien sind es nur im Schnitt fünf Tage.
  • Bei den unter Dreijährigen beträgt die Betreuungsquote 26,1 Prozent. Damit hat nur jedes vierte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz. Österreich ist daher weit vom Barcelona-Ziel – eine Betreuungsquote von 33 Prozent – entfernt. 
Verschlossene Türen © Tea Mina Jamarez, AK
© Tea Mina Jamarez, AK