Hohe Mietsteigerungen - die Hauptmietzinse sind der Preistreiber!

Eine AK Analyse über Betriebskosten zeigt: Die überproportionalen Mietensteigerungen zwischen 2008 und 2019 sind ausschließlich auf höhere Hauptmietzinse zurückzuführen. Die Betriebskosten sind österreichweit – wie auch in Wien – im Vergleichszeitraum lediglich im Rahmen der allgemeinen Teuerung gestiegen. Die mit Abstand größten Steigerungen bei den Hauptmietzinsen gab es bei privaten Mietwohnungen. „Das bedeutet: Die Mietwohnungen von gemeinnützigen Bauvereinigungen und Gemeinden dämpfen den Preisauftrieb am gesamten Mietwohnungsmarkt“, sagt Thomas Ritt, Leiter der Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen.

Hauptmieten doppelt so stark in die Höhe geschnalzt wie Teuerung

Die Betriebskosten sind in Österreich innerhalb von elf Jahren im Rahmen der Teuerungsrate gestiegen: plus 21 Prozent. Die Hauptmieten hingegen sind mehr als doppelt so stark in die Höhe geschnalzt – plus 47 Prozent – die privaten Mieten sogar noch mehr. Die AK macht dafür zwei wesentliche Ursachen fest: Wohnungswechseln heißt für MieterInnen oft deutlich mehr Miete zahlen als die VormieterInnen. Bei Mietvertragsverlängerungen wird es häufig auch viel teurer.

Konkret: So sind Mietpreise und Teuerungsrate von 2008 bis 2019 gestiegen

 Bruttomiete/m2Hauptmietzins/m2Betriebskosten/m2Teuerung
Alle Hauptmieten Österreich
+39%+47%+21%+21%
Private Hauptmieten Österreich
+46%+55%+20%+21%
Alle Hauptmieten Wien
+43%+55%+18%+21%
Private Hauptmieten Wien
+58%+75%+21%+21%

Egal, ob in Wien, Graz oder sonst wo

Ein Vergleich der vier größten Städte Österreichs ergibt: Bei den Betriebskosten von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern gibt es statistisch keine Unterschiede. In Wien, Graz und Linz liegen die Betriebskosten im Schnitt jeweils knapp unter 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat, in Salzburg knapp unter 2,70 Euro pro Quadratmeter.

Bei den Gebühren für Wasser, Kanal und Müllabfuhr in Wien, Graz, Linz, Salzburg und auch in Hamburg und München zeigt sich: Bei den Müllgebühren gibt es keine teureren oder günstigeren Städte, ebenso wenig bei der Wasserversorgung (Wasserbezug und Kanal). Vielmehr gibt es bei der Wasserversorgung unterschiedliche Gebührenstrukturen, die größere oder kleinere Haushalte begünstigen. Maßgeblich: Gibt es eine Klosettpauschale oder nicht? Klosettpauschalen begünstigen größere Haushalte mit hohem Wasserverbrauch.

Einheitlich regeln

Bei den Betriebskosten herrscht ein rechtlicher Wirrwarr, zeigt die AK Analyse. Es gibt keine einheitliche gesetzliche Definition. Die AK will hier Klarheit, damit MieterInnen ihre Miete vergleichen können und nicht von Kostenexplosionen überrascht werden. Es muss eine einheitliche gesetzliche Definition von Betriebskosten für alle Mietverhältnisse her. Überdies sollen nur die Gebrauchskosten gesetzliche Betriebskosten sein. Also nur die Kosten, die durch die Nutzung unmittelbar von BewohnerInnen verursacht werden, etwa Abwasserentsorgung, Wasserversorgung, Müllabfuhr, Energie, Hausreinigung.

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