24.10.2019

Gute Arbeitsmarktpolitik kostet keine Milliarden

Die Ergebnisse einer großen Online-Umfrage  gefragt wurde nach den Erwartungen von ArbeitnehmerInnen an die Arbeitslosenversicherung und an das Arbeitsmarktservice – sind eindeutig: Die TeilnehmerInnen wünschen sich eine bessere Betreuung und Vermittlung von Jobs durch das AMS, ein Recht auf Qualifizierung, eine gute Absicherung im Falle einer Arbeitslosigkeit, das deutsche Hartz IV Modell wird klar abgelehnt sowie eine staatliche organisierte Initiative für Arbeitslose, die am Markt keine Chance erhalten.
Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Viele dieser Wünsche sind mit relativ geringen Budgetmitteln umzusetzen – und eine gute Investition, denn wer einen Job hat, zahlt auch mehr Steuern.

Chance 45

Für die Chance 45 würden sich die Kosten auf rund 270 Millionen Euro belaufen. Mit diesem Geld würde man Beschäftigung statt langer Arbeitslosigkeit finanzieren und mehr und bessere öffentliche Dienstleistungen für BürgerInnen ermöglichen.

Hintergrund

Hintergrund der Idee ist, dass sich die Arbeitslosigkeit von mehr als zwei Jahren Dauer in der Altersgruppe der über 45jährigen seit 2008 vervierfacht hat. Im drohenden Konjunkturabschwung und vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden Strukturwandels (Digitalisierung, notwendige Klimawende in der Wirtschaft) wird die Gefahr dauerhafter Ausgrenzung aus dem Arbeitsmarkt noch steigen. Trotzdem wurde von der letzten Bundesregierung die Aktion +20.000 abgeschafft. 

Hier ist ein Kurswechsel notwendig: Die „Chance 45“, eine AK-Weiterentwicklung der Aktion +20.000, muss umgesetzt werden.

Ziel

Zusätzliche, kollektivvertraglich entlohnte Arbeitsplätze im gemeinnützigen Bereich in Gemeinden und Ländern schaffen. Die BürgerInnen beteiligen, welche sozialen, kulturellen oder ökologischen Dienste in den Kommunen (wieder) aufgebaut werden sollen. Länger als zwei Jahre arbeitslosen Menschen über dem 45. Lebensjahr wieder Arbeit und Einkommen, Sinn und Würde geben.

Nach den Berechnungen der AK sind die Kosten für den Staatshaushalt überschaubar: Sie würden sich bei 40.000 solcher Arbeitsplätze auf rund 270 Millionen Euro belaufen, wenn die Einsparungen bei der Notstandshilfe und die Mehreinnahmen bei der Lohnsteuer und bei den Sozialversicherungsabgaben berücksichtigt werden.

Qualifizierungsgeld

Für eine Qualifikationsoffensive in der aktiven Arbeitsmarktpolitik mit einem Qualifizierungsgeld und einem Recht auf eine neue und bessere Berufsausbildung sind rund 300 Millionen Euro zu veranschlagen.

Die AK hat mit dem Qualifizierungsgeld ein Modell mit folgenden Eckpunkten entwickelt: Rechtsanspruch, Finanzierung aus dem allgemeinen Staatshaushalt, eine besonders für GeringverdienerInnen attraktive Höhe, Ausbildung nach einer guten Bildungsberatung.

Bessere AMS-Betreuung

Die Kosten für eine bessere Vermittlungsunterstützung durch das AMS durch bessere persönliche Beratung würden sich in etwa auf 35 Millionen Euro belaufen.

Derzeit kann wegen des deutlichen Personalmangels eine gute Beratung und Unterstützung von Arbeitsuchenden nicht geleistet werden. Die Situation für die Arbeitsuchenden und die MitarbeiterInnen im AMS wird schlimmer, wenn die Arbeitslosigkeit wieder steigt. Dabei erhöht mehr Personal im AMS die Qualität der Betreuung und verkürzt die Arbeitslosigkeit - wie einschlägige Pilotprojekte und Studien des WIFO gezeigt haben. Mehr ...

Kontakt

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Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

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