1.3.2018
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AK Frauen.Management. Report: Die Lösung heißt Quote

Seit mehr als zehn Jahren untersucht die Arbeiterkammer Wien den Anteil von Frauen in den Top-Positionen der führenden österreichischen Unternehmen. Große Erfolge sind bis dato ausgeblieben. Dass nur eine gesetzliche Quote wirkt, zeigen Länder wie Frankreich oder Norwegen. In Österreich gibt es die Quotenregelung seit 1. Jänner 2018. Sie gilt für Neubestellungen in den Aufsichtsräten ab diesem Jahr. 

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Während der Frauen-Anteil in den Geschäftsführungen der untersuchten Unternehmen (die 200 umsatzstärksten Betriebe sowie die börsennotierten Unternehmen) sehr gering ist – weit unter zehn Prozent – ist die Situation in den Aufsichtsräten besser. Hier liegt der Anteil bei rund 18 Prozent. Im zehnjährigen Untersuchungszeitraum ist damit kein großer Fortschritt geglückt.

Als Ursachen für die männerdominierten Führungsspitzen ortet Christina Wieser, Betriebswirtin in der AK Wien und Autorin des Frauen.Management.Reports, folgendes: „Rekrutierung vorwiegend aus persönlichen Netzwerken und unstrukturiert ablaufende Auswahlprozesse.“ Ihr Fazit daher: „Nur eine gesetzliche Quotenregelung bringt den gewünschten Erfolg. Deshalb sind wir auch sehr stolz, dass in Österreich nach vielen Jahren der Bemühungen endlich eine solche eingeführt wurde.“

Ein Blick in andere Länder Europas zeigt die Wirkung der Quote:

Während der durchschnittliche Anteil von Frauen in Aufsichts- oder Verwaltungsräten bei 25 Prozent liegt, können Länder mit einer gesetzlichen Regelung mit weit höheren Prozentsätzen aufwarten. So kommt etwa Frankreich auf einen Anteil von 43 Prozent, Norwegen auf 42 Prozent.

In Österreich gilt die gesetzliche Regelung mit einer Quote von 30 Prozent seit 1. Jänner 2018. Wird die vorgeschriebene Quote bei Neubestellungen missachtet, folgt eine Sanktion. Dazu Wieser: „Dann bleibt der Stuhl leer.“

Forderung

Um die neue Regelung besser untersuchen zu können, fordert die AK von der Regierung einen jährlichen Fortschrittsbericht. Aber auch die Unternehmen sind gefordert. So müssen etwa bereits bei der Nachfolgeplanung Frauen stärker berücksichtigt werden. Außerdem bedarf es neuer Arbeitszeitmodelle wie das sogenannte „Top-Sharing“, damit auch Frauen mit Teilzeitjobs die Chance auf eine Führungsposition haben.

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