25.1.2018

Die Lehrstellenlücke ist schon wieder größer

Der Jubel über mehr Lehrlinge in Österreich ist verfrüht. Die Lehrstellenlücke ist größer geworden. Immer mehr suchen eine Lehre im Betrieb.

Grafik © Tea Mina Jaramaz

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Die Betriebe in Österreich bilden zu wenige Lehrlinge aus. Den 22.000 Jugendlichen, die trotz Suche keine Lehrstelle im Betrieb haben, bieten sie nur 4.300 offene Lehrplätze an. Der Lehrstellenmangel ist noch lange nicht behoben. Denn auch die Jugendlichen in den Schulungen des Arbeitsmarktservice und in der überbetrieblichen Ausbildung wollten eigentlich eine Lehrstelle in einem Betrieb. 

Außerdem haben Jugendliche, die in Wien eine Lehre als MechatronikerIn suchen, nichts davon, dass in Tirol Lehrstellen für KöchInnen frei sind. Fast die Hälfte der offenen Lehrstellen bieten die Betriebe überhaupt nur in drei Bereichen an: im Tourismus, im Handel und für FriseurIn/KosmetikerIn/FußpflegerIn (47 Prozent). 

Forderung

Vor diesem Hintergrund kann die Klage der Unternehmen über Fachkräftemangel nicht so ernst sein, wie sie klingt. Die Betriebe müssen nur mehr Lehrlinge aufnehmen. Dann haben sie bald mehr Fachkräfte. Helfen würde auch ein Qualitätssicherungssystem, damit mehr Lehrlinge bei der Lehrabschlussprüfung antreten und erfolgreich abschließen. Die Arbeiterkammer verlangt beispielsweise: Die Lehrstellenförderung für die Betriebe soll im letzten Lehrjahr daran geknüpft werden, ob ihre Lehrlinge die Abschlussprüfung bestehen.