12.7.2018

Beruf & Familie: Vereinbarkeit als Utopie

Nur zehn Prozent der Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich haben länger als zwölf Stunden geöffnet. Diese sind mitunter nötig, um eine Vollzeit-Stelle annehmen zu können. Nimmt man Wien aus der Statistik heraus, hält nur ein mickriges Prozent der Einrichtungen seine Pforten länger als 12 Stunden am Tag offen. Knapp die Hälfte (wieder ohne Wien) schließt bereits um 15 Uhr. „Wer behauptet, dass nicht mehr in die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen investiert werden muss, hat noch nie Beruf und Familie vereinbaren müssen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Und dabei reden wir hier nur über die Öffnungszeiten und nicht über den Betreuungsschlüssel oder über zusätzliche pädagogische Angebote im sportlichen, sprachlichen und kreativen Bereich.“

Grafik © Tea Mina Jamaraz
© Tea Mina Jamaraz

Besonders schwierig ist für Mütter die Situation, nach der Karenz wieder in den Beruf einzusteigen. Denn wie soll der Wiedereinstieg nach zwei Jahren gelingen, wenn Österreich das Barcelona-Ziel – eine Betreuungsquote von 33 Prozent der unter Dreijährigen – nicht erfüllt? Nur Wien wird dieser Vorgabe gerecht, das Burgenland kommt zumindest in die Nähe, aber auf ganz Österreich bezogen beträgt der Prozentsatz 26,1. Damit hat nur jedes Vierte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz. Frauen werden so in Teilzeit-Jobs gedrängt – mit entsprechend niedrigem Einkommen, entsprechend geringen Pensionen und der drohenden Gefahr der Altersarmut.  

Forderung

Die AK fordert daher einen Ausbau der Kinderbetreuung –für alle Altersklassen. 

Kontakt

Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

Prinz Eugenstraße 20-22
1040 Wien

Telefon: +43 1 50165-0

- erreichbar mit der Linie D -