5.7.2018

Arbeitszeit im internationalen Vergleich

In der Arbeitszeit-Debatte wurde immer wieder eingeworfen, dass in anderen Ländern wie etwa in Dänemark und Schweden längere Höchstarbeitszeiten gelten. Allerdings wird in diesem Zusammenhang auch einiges verschwiegen: Dass in es in Schweden im Gegenzug zu dem sehr weiten gesetzlichen Rahmen (Tageshöchstarbeitszeit von 13 Stunden, Ruhezeit nur 11 Stunden), sehr starke Kollektivverträge gibt. Sie führen dazu, dass die Schweden unterm Strich deutlich weniger arbeiten als die Österreicher. Außerdem ist in Schweden die Zahl der erlaubten Überstunden deutlich geringer als in Österreich.

Noch weniger arbeiten die Dänen: Hier beträgt die reguläre Wochenarbeitszeit für einen Vollzeitbeschäftigten 37 Stunden pro Woche. In Skandinavien wird sehr auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die partnerschaftliche Teilung geachtet.

Auch Deutschland wird wegen seiner Wettbewerbsstärke oft als wirtschaftliches Vorbild genannt. Aber auch dort ist die Normalarbeitszeit bei acht Stunden, grundsätzlich erlaubt sind Zehn-Stunden-Arbeitstage. Allerdings dürfen innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. 

Grafik © Tea Mina Jamaraz, Eurofound 2016
Grafik © Tea Mina Jamaraz, Eurofound 2016

Die Grafik zeigt: Insgesamt arbeiten die Schweden also weniger als wir und zwar um mehr als 70 Stunden pro Jahr. Die vereinbarte Jahresarbeitszeit in Deutschland liegt 57 Stunden unter dem österreichischen Pensum. Bei uns wird im Schnitt also (auf Vollzeitbasis) eineinhalb Wochen mehr gearbeitet als in Deutschland. 

Tipp

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