28.12.2017
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Arbeitskosten im internationalen Vergleich

Der Vergleich der Lohnstückkosten zeigt, dass Arbeit in der Hälfte der EU-Staaten teurer ist als in Österreich. Vor allem in den wirtschaftlich starken Ländern Westeuropas.

Anders als oft behauptet liegt Österreich weder bei den Lohnnebenkosten (vor allem sind das die Sozialbeiträge der Arbeitgeber), noch bei den Arbeitskosten insgesamt unter den teuersten Ländern Europas! Beide sind auch kein geeigneter Indikator der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, da sie die Produktivität der Arbeit nicht berücksichtigen. Aus diesem Grund werden bei seriösen Vergleichen stattdessen die Lohnstückkosten gegenübergestellt.

Gerade wenn die Kosten der Arbeitskräfte mit Produktivität in Verbindung gebracht werden, zeigt sich, dass in Österreich günstiger produziert wird, als bei vielen unserer europäischen Handelspartner. Länder wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien oder Slowenien haben deutlich höhere Lohnstückkosten als Österreich.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
Hintergrund

Als Lohnstückkosten werden die Arbeitskosten je Leistungseinheit bezeichnet. Länder, in denen unter vergleichsweise hohen Arbeitskosten hochwertige Produkte (und Dienstleistungen) erzeugt werden, befinden sich oft in einer besseren Wettbewerbssituation als Länder mit geringen Arbeitskosten und qualitativ schlechteren Produkten.


Eine Senkung der Arbeitskosten bzw. der Lohnnebenkosten, wie das von VertreterInnen der Wirtschaft immer wieder gefordert wird, würde ohne entsprechende Gegenfinanzierung die Finanzierung der sozialen Sicherheit gefährden. Alternative Finanzierungsformen wären z.B. eine wirkungsvolle Bekämpfung von Steuervermeidungspraktiken, insbesondere von multinationalen Konzernen, oder die Ausweitung der Beitragsgrundlage für die Sozialbeiträge der Arbeitgeber durch die Einbeziehung anderer Wertschöpfungskomponenten. 

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