26.3.2020

Coronakrise: Konzerne müssen ihre Gewinne mit Beschäftigten teilen

Jedes Jahr um diese Zeit schütten große Unternehmen ihre Dividenden an AktionärInnen aus. Mit Dividenden meint man den Anteil am Gewinn, der jährlich an alle ausbezahlt wird, die Aktien an einem Unternehmen besitzen. Das Problem dabei: Wenn ein großer Teil des Gewinns an AktionärInnen geht, dann fehlt dieses Geld für die Löhne und Gehälter der Beschäftigten. Angesichts der Coronakrise ist das besonders heikel. Jetzt sollten die Gewinne mit den MitarbeiterInnen geteilt werden und nicht mit den AktionärInnen. 

Fairness statt Gießkanne

Die Arbeiterkammer hat dazu eine klare Haltung: AK Präsidentin Anderl: „Viele Unternehmen melden derzeit Kurzarbeit an und sichern so wichtige Arbeitsplätze. Ich freue mich sehr, dass diese Betriebe einen wertvollen Beitrag leisten. Die Sozialpartner und die Bundesregierung haben rasch gehandelt, um die Wirtschaft zu stützen. Zusätzlich wurde ein 38 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Unternehmen geschnürt. Daher ist es wichtig, dass das Geld im Unternehmen bleibt und nicht mit der Gießkanne über die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet wird.“ 

Arbeitsplätze haben Vorrang

In den vergangenen Jahren haben AktionärInnen sehr gut verdient. Ihre Gewinne sind regelmäßig gestiegen. Aber jetzt ist es wichtig, dass sämtliche Geldreserven verwendet werden, um die Coronakrise gut zu bewältigen. Jetzt haben die Beschäftigten Vorrang. Unternehmen, die staatliche Unterstützung einfordern, sollen sie auch bekommen. Es muss aber auch dazu gesagt werden, wer diese Unterstützung finanziert: Das sind nämlich die SteuerzahlerInnen – und die arbeitenden Menschen leisten den größten Steuerbeitrag.

Anderl dazu: „Unser wichtigstes Ziel muss sein, eine Pleitewelle und damit den Verlust tausender Arbeitsplätze zu verhindern. Es kann aber nicht sein, dass jene Unternehmen, die mit Steuergeld unterstützt werden, ihre Gewinne dann an Aktionäre weitergeben, statt Arbeitsplätze zu sichern.“

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