29.5.2018
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AK Wohlstandsbericht: Wohlstand als gesellschaftliches Leitziel

Soll die Wohlstandsentwicklung einer Volkswirtschaft untersucht und bewertet werden, wird primär das Wirtschaftswachstum, also die Entwicklung des BIP, herangezogen. Doch wichtige Faktoren, die einen hohen Lebensstandard ebenso ausmachen – Gesundheit, Bildungschancen, Teilhabe an der Gesellschaft, Umweltbedingungen – werden in der aktuellen wirtschaftspolitischen Debatte viel zu wenig beachtet. Und wenn das Wirtschaftswachstum nicht breit über die gesamte Bevölkerung eines Landes verteilt ist oder sogar mit negativen Folgen für die Gesundheit, das Sozialsystem oder die Umwelt verbunden ist, dann schwindet der Beitrag, den es für ein besseres Leben aller Menschen in einer Volkswirtschaft leisten kann.

Wohlstand und Lebensqualität neu definieren 

Weltweit gab es dazu in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Initiativen mit dem Ziel, Wohlstand und Lebensqualität neu zu definieren. Der wohl bekannteste Versuch stammt vom ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in der einberufenen Kommission zur Messung von Wohlstand und gesellschaftlichem Fortschritt. Federführend verantwortlich waren die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz und Amartya Sen. Der Abschlussbericht dieser Kommission führte zu Folgeprojekten und befruchtete auch parallel laufende Initiativen (etwa jene der OECD, die als Ergebnis den sogenannten Better-Life-Index hervorbrachte).

„Wie geht's Österreich?“  

Grafik: Wohlstand und Wohlbefinden in Österreich © Martin Cmund, AK Wien

Auf politischer Ebene haben sich 2015 die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen zu den sogenannten 17 Sustainable Development Goals verpflichtet – Leitlinien für eine sozial, ökonomisch und ökologisch ausgewogene Politik. In Österreich wiederum gibt die Statistik Austria seit 2012 jährlich einen Bericht mit dem Titel „Wie geht’s Österreich?“ heraus. Anhand eines Sets aus dem BIP und 30 weiteren Schlüsselindikatoren wird der gesellschaftliche Fortschritt im Zeitverlauf nachvollziehbar gemacht. „Doch trotz all dieser zahlreichen Initiativen ist die Debatte in der politischen Praxis bisher kaum angekommen – auch in Österreich nicht“, sagt Markus Marterbauer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft in der AK Wien.

AK Wohlstandsbericht: Ab jetzt jährlich

Bereits 2016 hatte die AK deshalb eine Studie beauftragt, die sich mit Möglichkeiten zur besseren Verankerung einer wohlstandsorientierten Politik auseinandersetzte. Die Arbeiterkammer möchte nun in Form des ab jetzt jährlich erscheinenden AK Wohlstandsberichts zu dieser Debatte – und gleichzeitig zu mehr politischer Kohärenz – in Österreich beitragen. „Bis sich auch in Österreich ein möglichst repräsentatives Gremium etabliert, das ein solches Projekt betreibt, wollen wir mit unseren Expertinnen und Experten in Vorlage treten. Als gesetzliche Vertretung der sozialen Mehrheit der unselbständige Beschäftigten haben wir auch einen klaren Blick auf den gesamtgesellschaftlichen Ausgleich“, erklärt Marterbauer.  

„Wir sehen darin eine Chance für die Belebung der öffentlichen Debatte“, ergänzt Sylvia Leodolter, Leiterin der Abteilung für Umwelt und Verkehr in der AK Wien. Und ergänzt: „Unser Bericht versteht sich nicht als Konkurrenz zur Analyse der Statistik Austria, sondern als zukunfts- und politikorientierte Ergänzung.“

Sozialstaat ist ein positiver Standortfaktor

Der Sozialstaat wird mitunter als Hemmnis für den Wirtschaftsstandort bezeichnet. Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts zeigt das Gegenteil.

Die verborgenen Super-Reichen

Die Vermögenskonzentration ist noch ungleicher als bisher vermutet. Wie das Vermögen der Haushalte in Österreich wirklich aussieht, finden Sie hier.

Buchpräsentation Branko Milanović

Jetzt mit Videodokumentation: Der ehemalige Chefökonom der Weltbank spricht in der AK Wien über sein preisgekröntes Buch „Die ungleiche Welt“.

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