30.6.2020

Geplante Öffi-Preiserhöhung in der Ostregion ist ein falsches Signal

Kritisch reagiert die AK Wien auf die geplanten Tariferhöhungen, die der „Verkehrsverbund Ost“ im Sommer 2020 durchführen will. „Viele Beschäftigte konnten durch Homeoffice, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit ihre schon bezahlen Monats- oder Jahreskarten nicht oder nur bedingt nutzen. Und jetzt werden auch noch die Tarife heimlich, still und leise um 1,5 Prozent erhöht,“ sagt die Leiterin der AK Abteilung Umwelt und Verkehr, Sylvia Leodolter.

PendlerInnen brauchen finanzielle Entlastung 

Dabei sollen die Tarife im Verkehrsverbund Ost für Jahreskarten mit 1. August 2020, für alle anderen Karten (außer Kernzone Wien und Top-Jugendtickets) schon am 1. Juli 2020 erhöht werden. „Damit setzt der Verkehrsverbund Ost das falsche Signal zum falschen Zeitpunkt“, sagt Leodolter. Das belastet die Pendlerinnen und Pendler in einer Zeit, in der sie dringend finanzielle Entlastung brauchen.

Kernzone Wien zeigt: Es geht jetzt auch ohne Erhöhung

Für die Kernzone Wien und das Top-Jugendticket bleiben die Tarife bei allen Tickets gleich. „Das zeigt, dass es auch anders geht“, sagt Leodolter. „Geplante Öffi-Preiserhöhungen sind in Zeiten wie diesen mit der Politik und den Sozialpartnern zu diskutieren.“ 

Öffis verzeichnen einen drastischen Fahrgastschwund

Bedingt durch die Sorge vor Ansteckung, haben die Öffis einen drastischen Fahrgastschwund zu verzeichnen. Wer hat und wer kann, fährt derzeit mit dem Auto. „Es ist ein Gebot der Stunde, das Vertrauen in die Öffentlichen Verkehrsmittel herzustellen. Dafür bedarf es attraktiver Angebote und guter Argumente über die tatsächlichen Gesundheitsauswirkungen. Eine Tariferhöhung gehört aber sicher nicht zu den vertrauensbildenden Maßnahmen“, sagt Leodolter.

Sie weist auch darauf hin, dass mit der geplanten Einführung der österreichweiten Netzkarte um 1.095 Euro für viele PendlerInnen aus Niederösterreich und vor allem aus dem Burgenland in einem Jahr das Öffi-Fahren spürbar billiger werden wird. „Dass der Verkehrsverbund Ost jetzt noch rasch seine Preise erhöhen will, ist vor so einem Großvorhaben nicht fair gegenüber den anderen Beteiligten.“

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Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien

Abteilung Umwelt & Verkehr
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